Landrat sieht die Sicherheit zu wenig beachtet

Bruecke Thal
 

Butte informiert sich auf Einladung von SPD-Politikern über geplante Brücke für Radfahrer in Thal

Thal (uk). Hameln-Pyrmonts Landrat Rüdiger Butte (SPD) hat zugesagt, bei der Entscheidung über den Bau eines Radweges entlang der Emmer samt Brücke in Thal eine Abwägung zwischen den Belangen des Naturschutzes und der Verkehrssicherheit zu treffen. „Der Aspekt der Verkehrssicherheit kommt mir bislang zu kurz“, sagte der Landrat, der auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller und des SPD-Landtagsabgeordneten Ulrich Watermann gestern nach Thal gekommen war.


Wie kürzlich berichtet, hat die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis erhebliche Bedenken gegen den Bau des Radweges, der auf Wunsch des Ortsrates mit EU-Mitteln aus dem Leader-Programm finanziert werden soll, geäußert. Das Plangebiet befindet sich im Naturschutzgebiet der Emmer. „Nur weil sich in Thal bereits eine Brücke befindet, können wir den Bau einer zweiten Brücke nicht ablehnen“, so Butte, der sich mit den Verhältnissen vor Ort vertraut machte. „Wir betreiben Naturschutz auch für Menschen.“
Gabriele Lösekrug-Möller, Ulrich Watermann und Ortsbürgermeister Georg Falkenberg (SPD) geht es um die Radfahrer, die Thal bislang ohne Radweg passieren müssen. „Und das ist schwierig genug“, beschreibt Falkenberg die Situation. „Immerhin fahren hier täglich 8000 Kraftfahrzeuge bei einer steigenden Tendenz bei der Zahl der Radfahrer.“
„Strukturmittel nicht
nur für Großenberg“

Der geplante Radweg wäre eine Verlängerung des Radweges, der von Löwensen kommt. In Höhe des Erlengrundes in Thal soll er die Emmer queren und hier an den Radweg Richtung Welsede anschließen. Das wäre für die Radler eine sicherere Linienführung. „Der Radweg ist in Bad Pyrmont politisch gewollt. Wir werden jedenfalls nicht zustimmen, dass die EU-Strukturmittel nur nach Großenberg fließen. Wir wollen vielmehr auch etwas für die Infrastruktur tun“, so Watermann in Anspielung auf den jüngsten CDU-Antrag zum Bau eines Backhauses in Großenberg. Und Lösekrug-Möller fügte mit Blick auf mögliche EU-Projekte hinzu: „Nett alleine reicht nicht.“
Knackpunkt bei den Einwänden der Naturschützer beim Landkreis ist die Brücke. Der Bau des Weges selber soll unproblematisch sein, zumal auch der Grundstückseigentümer laut Watermann einverstanden ist. Er wies darauf hin, dass der Bereich, in dem die Brücke entstehen soll, ohnehin landwirtschaftlich intensiv genutzt werde. „Das versteht doch keiner, wenn hier ein Radweg samt Brücke nicht entstehen darf.“
„Wir werden alle Argumente prüfen und zu einem Ergebnis kommen“, versprach Butte seinen Parteifreunden.

DEWZET 21. August 2008