Andrea Nahles: „Jeder kann etwas und aus jedem kann etwas werden“

 
Foto: BMAS/ Werner Schuering
 

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, hat heute die Jugendberufsagentur im saarländischen Neunkirchen besucht – zusammen mit Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit (BA) sowie Ulrich Commerçon, Minister für Bildung und Kultur im Saarland

 

Andrea Nahles: „Jeder kann etwas und aus jedem kann etwas werden. Es ist eine Zukunftsfrage für unser Land, dass wir alle jungen Menschen mitnehmen und beim Berufseinstieg gemeinsam unterstützen: Es ist eine ganz persönliche Zukunftsfrage für die jungen Menschen selbst, dass wir niemanden abgehängt zurücklassen. Aber es ist auch eine Zukunftsfrage für unseren wirtschaftlichen Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Und es geht um soziale Gerechtigkeit. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir unserem Ziel einer flächendeckenden Einführung von Jugendberufsagenturen stetig näherkommen. Mit viel Engagement haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Führungskräfte in Kommunen, Agenturen für Arbeit und Jobcentern 289 Kooperationen aufgebaut und weiterentwickelt – das sind 71 mehr als noch 2015."

Heidrun Schulz „Wir wollen an der Nahtstelle zwischen Schule und Beruf alle Jugendlichen erreichen. Der Übergang von der Schule in Beruf ist für die jungen Frauen und Männer ein großer und zukunftsweisender Schritt. Dieser muss reibungslos und ohne Brüche gelingen. Mit der Bündelung aller Kräfte unter einem Dach ist hierzu eine gute Voraussetzung gegeben. Die Schülerinnen und Schüler werden frühzeitig beim Übergang von der Schule ins Berufsleben individuell und umfassend unterstützt. Schließlich ist eine solide berufliche Bildung der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit.“

Ulrich Commerçon: „Aus der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ziehen viele Menschen ihre Würde. Teilhaben kann ein Mensch aber oft nur, wenn er für sein Auskommen selbst sorgen kann. Ein Ziel unserer Bildungspolitik ist daher auch, unsere Kinder und Jugendlichen in die Lage zu versetzen, dass sie ihr Glück selbst in die Hand nehmen können. Deshalb kann es uns nicht egal sein, was mit unseren Schülerinnen und Schülern nach ihrer Schulzeit passiert. Unsere Aufgabe ist es, Jugendliche am Übergang zwischen Schule und Beruf nicht zu verlieren, sondern individuell zu begleiten, damit sie auf dem saarländischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Die Jugendberufsagenturen sind dafür ein wichtiges Instrument.“

Daten und Fakten

  • Insgesamt zählte die BA bundesweit zu Jahresbeginn 289 Kooperationen von Agenturen für Arbeit, Jobcentern und Jugendämtern. Das waren 71 mehr als zum letzten Erhebungsstichtag im Juli 2015 (und somit ein Anstieg um 33 Prozent).
  • An den Kooperationen sind über 90 Prozent der Agenturen für Arbeit, 80 Prozent der gemeinsamen Einrichtungen und über 50 Prozent der zugelassenen kommunalen Träger beteiligt.
  • 56 zugelassene kommunale Träger beteiligen sich an Jugendberufsagenturen und damit 60 Prozent mehr als noch 2015 – hier hat sich eine besondere Dynamik entwickelt.
  • 53 Jugendberufsagenturen arbeiten „unter einem Dach“ (2015: 27).
  • 53 Prozent der Jugendberufsagenturen beziehen Schulen über die regulären Angebote der Berufsberatung hinaus ein (2015: 38 Prozent).

Jugendberufsagenturen bundesweit – und im Saarland

Der Aufbau von Kooperationen wird seit 2010 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der BA, den Kommunalen Spitzenverbänden und den Bundesländern unterstützt. Kennzeichnend für Jugendberufsagenturen ist die enge Kooperation von Agentur für Arbeit, Jobcenter und Jugendamt. Ziel ist, Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf durch Betreuung „wie aus einer Hand“ den Übergang von der Schule in den Beruf zu erleichtern. Je nach Ausprägung und Schwerpunkten vor Ort kommen weitere Kooperationspartner wie z. B. Schulen dazu. Als größere Zielgruppe der Jugendberufsagenturen werden mittlerweile zunehmend alle jungen Menschen unter 25 Jahren in den Blick genommen.

Bereits 2013 gründete sich im Saarland die erste Jugendberufsagentur in Neunkirchen. 2014 folgte die Jugendberufsagentur in Saarbrücken. 2016 kam Merzig-Wadern dazu.
Die Jugendberufsagentur in Neunkirchen zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass auch die Schulen eng mit der Jugendberufsagentur zusammenarbeiten. Im Rahmen des Modellprojekts „lückenlose Betreuung“ wurden Förderkonferenzen an den Schulen eingerichtet. Ziel dieser Konferenzen ist es, den Schülerinnen und Schülern individuelle Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten zu gewähren, um frühestmöglich auf einen erfolgreichen Übergang von der Schule in den Beruf hinzuwirken.

Mehr Informationen finden Sie unter www.bmas.de und www.arbeitsagentur.de.