In Leichter Sprache erklärt: Solidarität

 
Foto: Gabriele Lösekrug-Möller
 

Als Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales bin ich unter anderem für die Belange von Menschen mit Behinderungen verantwortlich. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Verwendung von Leichter Sprache. Daher nun heute für Sie der Begriff "Solidarität" in Leichter Sprache.

 

Solidarität bedeutet: Menschen halten zusammen.
Sie akzeptieren sich, auch wenn sie alle unterschiedlich sind.
Und sie helfen sich gegenseitig.
Weil sie ein gemeinsames Ziel haben.
Weil sie an eine gemeinsame Sache glauben.
Oder weil sie gemeinsame Werte haben.
Sie setzen sich gemeinsam für eine Sache ein.
Und sie setzen sich füreinander ein.
Denn: Gemeinsam kann man mehr schaffen als alleine.
Solidarität heißt auch: Jeder hilft mit.
Aber nur so viel, wie er helfen kann.

Solidarität und Flüchtlinge:

Ein Beispiel: Viele Menschen verlassen ihre Heimat.
Sie laufen weg. Vor Krieg oder vor Terror.
Vor etwas weglaufen nennt man auch: Flüchten.
Menschen, die geflüchtet sind, nennt man deshalb auch:
Flüchtlinge oder Geflüchtete.
Auch in Deutschland kommen viele Flüchtlinge an.

Viele Flüchtlinge besitzen fast gar nichts mehr,
wenn sie in Deutschland ankommen.
Aber: Sie brauchen Essen und Trinken.

Sie brauchen Kleidung und einen Platz zum Schlafen.
Manche brauchen Medizin.
Viele Flüchtlinge können nicht zurück in ihre Heimat
und wollen in Deutschland bleiben.
Sie wollen hier leben und arbeiten.
Deutschland soll ihre neue Heimat werden.
Dann müssen sie auch die deutsche Sprache lernen.

Solidarität heißt: Wir helfen den Flüchtlingen.
Weil die Flüchtlinge Menschen sind, die unsere Hilfe brauchen.
Es gibt viele Arten zu helfen:
Man kann Essen und Kleidung spenden.
Man kann Geld spenden.
Man kann Deutsch-Unterricht geben.
Solidarität heißt: Jeder hilft so, wie er helfen kann.

Solidarität und Steuern:

Ein anderes Beispiel:
Alle Bürger und Bürgerinnen müssen Steuern zahlen.
Das heißt: Sie müssen dem Staat etwas von dem Geld abgeben,
das sie verdienen.
Aber nicht alle Bürger müssen gleich viel Geld abgeben.
Wie viel Steuern man zahlen muss, hängt davon ab,
wie viel Geld man verdient.
Wer viel Geld verdient, gibt mehr ab.
Wer wenig Geld verdient, muss weniger abgeben.

Der Staat benutzt das Geld aus den Steuern.
Der Staat bezahlt damit Dinge, die für alle Bürger wichtig sind.
Zum Beispiel: Schulen und Kindergärten,
Straßen und Krankenhäuser, die Polizei und die Bundeswehr.

Der Staat benutzt das Geld aus den Steuern auch,
um Flüchtlingen zu helfen.
Damit Deutschland ihre neue Heimat werden kann.
Und wenn Deutschland ihre neue Heimat geworden ist,
dann müssen sie auch Steuern abgeben wie alle anderen.
Dadurch helfen sie dann auch wieder mit.

So funktioniert Solidarität.
Wer viel mithelfen kann, soll auch viel mithelfen.
Wer nicht so viel mithelfen kann, muss auch nicht so viel mithelfen.
Trotzdem bekommen alle die gleiche Hilfe, wenn sie Hilfe brauchen.
Das nennt man auch: Solidaritäts-Prinzip.
Ein Prinzip ist eine Grundregel oder ein Grundsatz.

Erklärt von Jan Hendrik Heemsoth