Buchtipp Februar 2009

Margaret Atwood: Payback. Schulden und die Schattenseite des Wohlstands
Berlin Verlag 2008, 264Seiten.
ISBN-13: 978-3827008572

Pünktlich zur globalen Finanzkrise legt die kanadische Autorin Margaret Atwood ihr Buch "Payback. Schulden und die Schattenseite des Wohlstands" vor. Ihr geht es um mehr als ökonomischen Analysen oder um Wege aus der Krise. Sie betrachtet Schuld, Schulden, Sünde und Rache kulturhistorisch und religionswissenschaftlich. Keineswegs überraschend nutzt sie zahlreiche literarische Quellen. Ob Charles Dickens mit Ebenezer Scrooge, Shakespeare mit Shylock und Portia aus dem Kaufmann von Venedig oder Flauberts Madame Bovary, sie alle werden eingebunden in diese „Vorlesungsreihe“.

Worum es Margaret Atwood geht, beschreibt sie im letzten Kapitel ihres Buches: „Das übergeordnete Thema dieses Buches ist das Verhältnis zwischen Schuldner und Gläubiger – im weitesten Sinne-, die ich als Zwillinge betrachte.“

Die Lektüre ist nicht nur ein Lesevergnügen weil Margaret Atwood scharf analysiert und brillant formuliert, die Lektüre ist auch eine Herausforderung weil sie kursorisches Lesen nicht zulässt und den Erkenntnisgewinn am Ende des Buches – natürlich – einer Romanfigur zuschreibt.

Über die Autorin
Margaret Atwoods Bücher gehören zur Weltliteratur und erschienen in mehr als 30 Ländern. Ihr Roman Alias Grace gewann den kanadischen Giller Prize und den Premio Mondello in Italien. Für Der blinde Mörder (Berlin Verlag 2000) erhielt sie den Booker Prize. 2005 wurde sie für den ersten Man Booker International Prize nominiert. Im Berlin Verlag erschien zuletzt Die Penelopiade (2005) und Das Zelt (2006). Sie lebt in Toronto.