Alter, Arbeit, Armut? Altersarmut von Frauen verhindern!

FES Armut 28 11 2008b
 

Gabriele Lösekrug-Möller MdB saß bei der FES-Veranstaltung auf dem Podium bei der Diskussion "Herausforderungen für eine generations- und geschlechtergerechte Alterssicherungspolitik".

Frauen haben u .a. durch geringere Arbeitslöhne und –zeiten folglich kürzere Versicherungszeiten, was im Rentenalter vor allem bei heutigen Sozialhilfeempfängerinnen zur Altersarmut führt. Sie erhalten nur 60 % der durchschnittlichen Rente der Männer.

Parlamentarischer Staatssekretär für Arbeit & Soziales, Franz Thönnes, zeigte als männlicher Gast grafisch die Lage der geschlechtergerechten Alterssicherungspolitik in der Bundesrepublik auf. Das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung veröffentlichte in einem Beitrag der Präsidentin Dr. Jutta Allmendinger ihre Ergebnisse. Ein konstruktiv kritischer Vortrag der Gewerkschaft ver.di von Elke Hannack beleuchtete nochmals eine andere Seite.

Die drei Reden brachten viel Gesprächsstoff in die Foren, sowie in die anschließende Podiumsdiskussion, in der LöMö als einzige aktive Vertreterin des Dt. Bundestages diese anspruchsvolle Aufgabe löste und Sympathie gewann. Die Abgeordnete ermutigte die Frauen, gemeinsam zu arbeiten. Es wurden Lösungen erarbeitet, Anliegen weitergegeben, Verständnis geweckt.

Fazit: Rundum erfolgreich!

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Aus der Einladung zur Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung:
Orientierten sich die rentenpolitischen Debatten der letzten Jahre maßgeblich an der Stabilisierung der Rentensätze und -beiträge, steht heute vermehrt die Armutsfestigkeit der Alterssicherung im Zentrum der Diskussion. Die einen beklagen die Notlage heutiger „armer Alter“, andere sehen „Altersarmut“ vor allem als politische Herausforderung der Zukunft an. Ca. 70% der Deutschen befürchten, dass Altersarmut für sie zum Problem wird.

Wenig Aufmerksamkeit in der öffentlichen Debatte fand bisher die besondere Situation von Frauen. Dabei sind gerade sie aufgrund ihrer Erwerbs- und Lebensbiografien dem Risiko der Altersarmut ausgesetzt: Durch anhaltende Lohndiskriminierung, ihre hohe Betroffenheit von Arbeitslosigkeit, prekärer Beschäftigung und Teilzeitarbeit sowie
durch unstete Erwerbstätigkeit aufgrund von Familien- und Pflegearbeit erwerben Frauen wesentlich weniger Rentenansprüche als Männer. Laut der Studie Altersvorsorge in Deutschland (AVID) erhalten Frauen 60% der durchschnittlichen Rente der Männer. Auch ihre Möglichkeiten, betrieblich
oder privat vorzusorgen, sind begrenzt.

Gleichzeitig leben Frauen länger und sind häufiger pflegebedürftig.
Eine geschlechtergerechte Alterssicherungspolitik, die weiblichen Biografien entspricht und ökonomische Eigenständigkeit von Frauen fördert, ist daher dringend erforderlich.

Unsere Konferenz soll die aktuelle Debatte über Altersarmut um den Blick auf die besondere Betroffenheit von Frauen erweitern und politische Herausforderungen sowie Handlungsoptionen thematisieren. Wie stark leiden Frauen unter Altersarmut? Wo liegen geschlechtsspezifische Ursachen? Wie kann Alterssicherungspolitik den Erwerbs- und Lebensbiografien von Frauen gerecht werden? Wie bekämpfen wir
Altersarmut heute, wie verhindern wir sie morgen?

Aufbauend auf einer kritischen Bestandsaufnahme der Situation sollen mögliche arbeitsmarkt-, sozial- und familienpolitische Lösungsansätze im Mittelpunkt der Konferenz stehen.

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