Buchtipp März 2008

Julia Franck: Die Mittagsfrau Fischer (S.) Frankfurt 2007, 432 Seiten.
ISBN: 3100226003

Julia Franck erzählt in ihrem bedrückenden, aber sehr lesenswerten Roman ein Leben, das in die Mühlen des schrecklichen 20. Jahrhunderts gerät. Die Geschichte beginnt am Ende des zweiten Weltkrieges. Der kleine Peter flieht mit seiner Mutter von Stettin aus in Richtung Westen. Auf dem Bahnhof verliert er seine Mutter – was für ein entsetzliches Schicksal, damals aber sicher kein seltenes.

Nach diesem Prolog geht es zurück: Kurz vor dem Zweiten Weltkrieges wachsen zwei Mädchen in der Lausitz auf. Die Jüngere, Helene, wird zur Protagonistin des Buches. Um ihr Leben geht es in diesem bedrückenden, aber auch harten Roman. Erst später wird klar, dass es sich bei Helene um Peters Mutter handelt.

Die Leserin schwankt zwischen Abscheu und Verständnis für die Protagonistin. Harte Zeiten. Trotzdem erschütternd.

Klappentext:
Eine idyllische Kindheit in der Lausitz am Vorabend des ersten Weltkrieges, das Berlin der goldenen Zwanziger, die große Liebe: So könnte das Glück klingen, denkt Helene. Aber steht ihr die Welt wirklich offen? Helene glaubt unerschütterlich daran, folgt ihren Träumen und lebt ihre Gefühle, auch gegen die Konventionen einer zunehmend unerbittlichen Zeit. Dann folgt der zweite große Krieg, Hoffnungen, Einsamkeit – und die Erkenntnis, dass alles verloren gehen kann.

Julia Franck wurde 1970 in Berlin geboren. Sie studierte Altamerikanistik, Philosophie und Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin. 1998 erschien ihr Debüt „Der neue Koch“, danach „Liebediener“ (1999), „Bauchlandung. Geschichten zum Anfassen“ (2000) und „Lagerfeuer“ (2003). Für ihren Roman „Die Mittagsfrau“ erhielt Julia Franck den Deutschen Buchpreis 2007.