Mein Buchtipp: Bella Germania. Von Daniel Speck

Fischer Verlag 2016. 14,99 Euro

Mit seinem ersten Roman „Bella Germania“ präsentiert Daniel Speck ein deutsch-italienisches Familienepos über drei Generationen. Julia, eine aufstrebende Modedesignerin, wächst in dem Glauben auf, ihr Vater sei Tod. Bei einer Modepräsentation  erhält sie unerwartet Besuch von ihrem unbekannten Großvater der sich vor seinem Tod mit seinem Sohn aussöhnen will und Julia bittet, einen Brief an ihren noch lebenden Vater zu übergeben. Julia begibt sich daraufhin auf Spurensuche, erfährt, dass sie ihrer Großmutter sehr ähnlich sieht und die gleiche Passion für Mode in sich trägt. Sie begegnet ihrem Vater und findet zu sich selbst, um ihrem Leben letztlich eine Wende zu geben. In drei Teilen führt der Autor den Leser durch die deutsche Wirtschaftswunderzeit, Gastarbeiterverhältnisse und deutsch-italienische Mentalität. Das Buch ist emotional sehr berührend. Man lebt, lacht und leidet mit den Figuren, mit unvergesslichen Charakteren, die einem sehr nahe kommen, als würde man sie persönlich kennen. Von Anfang bis zum Ende wird der Roman von Spannung getragen. Er ist fesselnd, faszinierend, meisterhaft und wunderbar gefühlvoll erzählt. Es ist ein  Buch voll Liebe, Leidenschaft und Sehnsucht und trotzdem mehr als eine Liebesgeschichte, denn nebenbei wird auch noch gut recherchierte Zeitgeschichte erzählt. Die Sprache ist sehr fein nuanciert, zeitgeschichtlich treu, philosophisch punktiert, oft voller Poesie und wunderbarer Bilder und dabei nie übertrieben ausgeschmückt: Ein literarischer Genuss.

Ein Tipp von Jens Hundrieser. Vielen Dank dafür!