Mein Buchtipp für Februar 2017: Die Fremden. Von William Shakespeare

William Shakespeare: "Die Fremden. Für mehr Mitgefühl"

Mit einem Vorwort von Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung.                                   Aus dem Englischen übersetzt und mit einem Essay von Frank Günther.

München: dtv, 2016.

Die Werke von William Shakespeare – dem vielleicht bedeutendsten Autor der Weltliteratur - wurden von Wissenschaftlern und Kulturschaffenden durchgeleuchtet, ausgewertet und weltweit aufgeführt. Ein von ihm verfasster Text ist bislang nur wenigen bekannt. So hat Shakepeare für das Theaterstück "Sir Thomas More" ein bewegtes Plädoyer über den Umgang mit Fremden und Flüchtlingen verfasst. Der um 1600 entstandene Text vermittelt eine wichtige Botschaft, die aktueller ist denn je.

Shakespeare beschreibt folgende Szene: Ein wütender Mob hat sich auf Londons Straßen formiert und ruft zur Gewalt gegen die geflüchteten Hugenotten auf. Thomas Morus ergreift das Wort und wendet sich mit einer glühenden Rede an die Menge. Er versucht die Gruppe zu beruhigen. Fragt sie, wie sie sich fühlen würden, wenn sie in ein fremdes Land fliehen müssten. Geschickt appelliert er an die Moral der Zuhörer indem er sie an den Grundsatz erinnert, dass man andere so zu behandeln habe, wie man selbst behandelt werden wolle.

Wer den Text liest, kann kaum glauben, dass die Zeilen vor über 400 Jahre verfasst wurden. Man fragt sich, ob wir in vier Jahrhunderten denn nichts gelernt haben.

Die Fremden
Die Fremden 2