Mein Buchtipp für November 2016: Freunde der Nacht. Von Matthias Morgenroth.

Mit Bildern von Regina Kehn

2. Auflage 2015 dtvjunior. ISBN 978-3-423-761116-1

 

Ein Buch ist mehr, viel mehr als ein Text. Es ist ein interaktives Medium aus Papier, das durch Umblättern der Seiten und Entziffern der Schriftzeichen, durch das Zusammenspiel zwischen Erzählung und Illustration zum Leben erweckt wird.

So zu lesen über „Freunde der Nacht“ im Prospekt zum Rattenfänger-Literaturpreis 2016. Matthias Morgenroth und Regina Kehn ist dies mit ihrer Geschichte vom Zauber der Nacht und einer großen Freundschaft vorbildlich gelungen. Genau deshalb sind sie Preisträger geworden. Dazu von einer Hamelnerin auch von dieser Stelle herzliche Glückwünsche!

Mit Christian Morgensterns Gruselett beginnend führt das Buch, zunächst schwarz auf weiß in eine besondere Nacht hinein, in die Johannisnacht. Immer dunkler werdend, tatsächlich Seite für Seite, gehen wir mit Jojo und Lena immer tiefer in die Nacht hinein. Lebewesen besonderer Art begegnen uns. Nachtlinge. Sie bezeichnen uns als „Gemensche“, jene, die ihnen das Dunkel, ihren Lebensraum nehmen.

Weiß auf schwarz, mit wunderbaren dunklen Zeichnungen tauchen wir in die Welt der Nachtgeschöpfe ein. Das ist … ja genau!

Und am Ende? Was ist mit Lea und Jojo? Ich will es mal so sagen: Zuviel Transparenz, Licht und Klarheit ist auch nicht gut. Das und viel mehr habe ich durch „Freunde der Nacht“ gelernt. Wie heißt es zu diesem Buch beim Rattenfänger-Literaturpreis: ein synsästetisches Lesevergnügen.

                                                            

Gruselett

Der Flügelflagel gaustert

Durchs Wiruwaruwolz

Die rote Fingur plaustert

Und grausig gutzt der Golz.

(Christian Morgenstern)