Der Buchtipp für Juli 2016: „Der Schneeleopard“ von Tschingis Aitmatow

Tschingis Aitmatow letztes Buch: „Der Schneeleopard“, Unionsverlag, März 2007

Aitmatow erzählt eine Geschichte von einem Menschen, dem Journalisten Arsen Samantschin und einem Tier, dem einst unbezwingbaren Schneeleoparden Dschaa-Bars.

Beide leiden auf ihre spezielle und doch vergleichbare Art an den radikalen Veränderungen in der ehemaligen Sowjetunion. Die Menschen leiden unter schamloser Korruption und kriminellen Oligarchen; die Gesellschaft spaltet sich in unermesslich Reiche und Bettelarme. Diese Veränderungen erreichen aber auch das entlegene kirgisische Hochgebirge und damit den Lebensraum von Dschaa-Bars. Der Originaltitel bedeutet übersetzt: Wenn die Berge einstürzen und lässt ahnen, wie fundamental die Veränderungen der Natur durch die systematische Umweltzerstörung  sind, die das Fehlen einer staatlichen Ordnung und die ungezügelte Ausbeutung der Schätze der Erde mit sich bringt.

In vielen Werken Aitmatow werden Tiere zu Protagonisten, entwickelt er fabelartige Gleichnisse, die berühren, bezaubern und erschrecken.

Wild, schön und gefährdet - 2016 begehen wir das NABU-Jahr des Schneeleoparden

„Nur noch wenige Tausend Schneeleoparden leben in freier Natur, ihr Bestand ist laut Roter Liste der IUCN „stark gefährdet“. Doch kaum jemand hierzulande kennt die Großkatze und ihre dringliche Situation. Um das zu ändern, rufen wir 2016 zum NABU-Jahr des Schneeleoparden aus!“