„Solide Finanzen, stabile Beiträge, verlässliche Rente“

 

Kabinett beschließt Rentenversicherungsbericht 2015

Das Bundeskabinett hat heute den Rentenversicherungsbericht 2015 beschlossen. Der Bericht informiert insbesondere über die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung, der Nachhaltigkeitsrücklage sowie des jeweils erforderlichen Beitragssatzes in den nächsten 15 Kalenderjahren. Bei den Vorausberechnungen des Rentenversicherungsberichts handelt es sich um Modellrechnungen, nicht um Prognosen.

Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales: „Allen Unkenrufen der jüngsten Vergangenheit zum Trotz sind die Leistungen der gesetzlichen Rente, die wir mit dem Rentenpaket ausgeweitet und verbessert haben, solide und sicher finanziert. Die Einnahmen der Rentenversicherung entwickeln sich weitaus positiver, als noch vor einem Jahr erwartet. Gründe dafür sind der Rekordstand bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und die steigenden Löhne. Beides wirkt sich im System der gesetzlichen Rente positiv sowohl für die Beitragszahler als auch für die Rentner aus. Wir können den Beitragssatz über mehrere Jahre stabil halten; und die Rentnerinnen und Rentner können im kommenden Jahr mit einer deutlichen Rentensteigerung rechnen.“

Der Bericht spiegelt die weiterhin gute und erfreuliche Entwicklung der Rentenfinanzen wider: Der Beitragssatz zur Rentenversicherung bleibt trotz der deutlichen Leistungsverbesserungen und -ausweitungen des Rentenpakets stabil. Er kann nach den aktuellen Berechnungen auch länger auf dem aktuellen Stand bleiben, als noch vor einem Jahr angenommen. Zugleich deuten die vorliegenden Zahlen darauf hin, dass die Renten in Ost und West zur Mitte des Jahres 2016 deutlich steigen werden. Die gesetzlichen Beitragssatzobergrenzen und das Mindestsicherungsniveau werden im 15-jährigen Vorausberechnungszeitraum eingehalten – sie gewährleisten, dass die älteren Generationen auf eine angemessene Absicherung im Alter vertrauen können, ohne dass die jüngeren Generationen überfordert werden. Der Rentenversicherungsbericht zeigt aber ebenso deutlich und betont erneut: Wegen des aus demographischen Gründen sinkenden Rentenniveaus ist eine zusätzliche Altersvorsorge unerlässlich, um im Alter den gewohnten Lebensstandard halten zu können. Die finanziellen Spielräume des Alterseinkünftegesetzes und die weitreichenden staatlichen Fördermöglichkeiten können und sollen genutzt werden, um privat und betrieblich ergänzend für das Alter vorzusorgen.

 

Die wichtigsten Ergebnisse des Rentenversicherungsberichts 2015 im Überblick:

Der Beitragssatz bleibt zum 1. Januar 2016 konstant bei 18,7 %. Infolge der Verstetigungsregel bleibt er in der mittleren Variante bis 2020 unverändert auf diesem Niveau. Anschließend steigt der Beitragssatz schrittweise wieder an, über 20,4 % im Jahr 2025 bis auf 21,5 % im Jahr 2029.

Die Rentenanpassung zum 1. Juli 2016 beträgt nach den Modellrechnungen knapp 4,4 % (West) und rund 5 % (Ost). Die tatsächliche Höhe der Rentenanpassung wird allerdings erst im März 2016 feststehen, wenn alle erforderlichen Daten vorliegen.

Das Sicherungsniveau vor Steuern sinkt von 48,1 % im Jahr 2014 auf 47,6 % im Jahr 2020 und weiter auf 44,6 % im Jahr 2029 ab. Beitragssatz und Sicherungsniveau bewegen sich damit im Rahmen der gesetzlichen Grenzwerte von 20 % bzw. 46 % bis 2020 und von 22 % bzw. 43 % bis 2030.

Im kommenden Jahr wird die Regelaltersgrenze zum fünften Mal um einen weiteren Monat angehoben. Gegenüber der früheren Regelaltersgrenze von 65 Jahren wird sie damit nun um insgesamt fünf Monate hinausgeschoben.

 

Rentenversicherungsbericht 2015