Juli 2015: Altes Land.

Dörte Hansen: Altes Land.

Roman. Albrecht Knaus Verlag 2015, 288 Seiten.

ISBN-13: 978-3813506471

Das „Polackenkind“ ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen. (Klappentext)

Dörte Hansen schreibt in ihrem Romandebüt über Flüchtlinge, die in unterschiedlichen Zeiten flüchten mussten. Die eine 1945 nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, und die andere in heutiger Zeit aus der Stadt heraus. Es sind zwei sehr unterschiedliche Frauen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten, die als Einzelgängerinnen dennoch zu einer Familie zusammenwachsen.

Dieses Buch begeistert mich, weil es Lebensgeschichten zusammenfasst. Ich bin immer wieder fasziniert von persönlichen Lebensgeschichten, die mit der Zeitgeschichte verbunden sind. Hier liest man Lebensgeschichte zum Thema Flucht und Vertreibung, und dieses Thema ist, früher wie heute, ein brandaktuelles Thema. Es ist ausgesprochen gut lesbar und unterhaltsam geschrieben. Ein tolles Buch für die Ferienzeit!