April 2015: Der Junge muss an die frische Luft. Eine Biografie.

Hape Kerkeling: Der Junge muss an die frische Luft. Meine Kindheit und ich.

Piper Verlag 2014, 320 Seiten.
ISBN 978-3492057004
 

Hape Kerkeling, den meisten Menschen als Comedian und Entertainer bekannt, erzählt in seiner Biografie eben nicht von seinem Aufstieg aus der Provinz auf die großen Showbühnen. Er hat eine angenehme Art zu schreiben, die schon aus seinem Pilgerbuch bekannt ist: Er kann einfach und klar schreiben. Mal ist es lustig, mal auch sehr ernst.

So berichtet er in diesem Buch durchaus von seiner glücklichen Kindheit, aber auch von seinen traumatisierenden Erfahrungen mit dem Tod seiner Mutter. Ohne sich als Voyeur zu fühlen, wird man als Leser von Kerkeling mitgenommen auf dieser Erinnerungsreise, die ihm offensichtlich auch als Therapie dient. Dennoch oder gerade drum ist es ein gelungenes Buch ohne Pathos, sehr lesenswert.

Verlagstext:

Mit »Ich bin dann mal weg« hat er Millionen Leser inspiriert, persönliche Grenzen zu überschreiten. Jetzt spricht Hape Kerkeling über seine Kindheit; entwaffnend ehrlich, mit großem Humor und Ernsthaftigkeit. Über die frühen Jahre im Ruhrgebiet, Bonanza-Spiele, Gurkenschnittchen und den ersten Farbfernseher; das Auf und Ab einer dreißigjährigen, turbulenten Karriere - und darüber, warum es manchmal ein Glück ist, sich hinter Schnauzbart und Herrenhandtasche verstecken zu können. Über berührende Begegnungen und Verluste, Lebensmut und die Energie, immer wieder aufzustehen.

»Was, um Himmels willen, hat mich bloß ins gleißende Scheinwerferlicht getrieben, mitten unter die Showwölfe? Eigentlich bin ich doch mehr der gemütliche, tapsige Typ und überhaupt keine Rampensau. Warum wollte ich also bereits im zarten Kindesalter mit aller Macht "berühmt werden"? Und wieso hat das dann tatsächlich geklappt? Nun, vielleicht einfach deshalb, weil ich es meiner Oma als sechsjähriger Knirps genau so versprechen musste ...«

Hape Kerkeling, der mit seinem Pilgerbericht »Ich bin dann mal weg« seine Fans überraschte und Leser jeden Alters begeisterte, lädt auf die Reise durch seine Memoiren ein. Sie führt nach Düsseldorf, Mosambik und in den heiligen Garten von Gethsemane; vor allem aber an die Orte von »Peterhansels« Kindheit: in Recklinghausens ländliche Vorstadtidylle und in die alte Bergarbeitersiedlung Herten-Scherlebeck. Eindringlich erzählt er von den Erfahrungen, die ihn prägen, und warum es in fünfzig Lebensjahren mehr als einmal eine schützende Hand brauchte.