Mehr Jobchancen für Jugendliche in Niedersachsen

 

Zur Verabschiedung des Gesetzes zur "Verbesserung der Qualifizierung und Beschäftigungschancen von jüngeren Menschen mit Vermittlungshemmnissen" erklärt MdB Gabriele Lösekrug-Möller:

Zu viele Jugendliche verlassen die Schule ohne einen Abschluss. Im Mai gab es fast eine halbe Million Langzeitarbeitsloser ohne Schulabschluss. Die Zahl der Altbewerber, also derjenigen Jugendlichen, die schon im Vorjahr oder früher eine Ausbildungsstelle gesucht haben, ist dramatisch angestiegen. Im letzten Jahr lag ihr Anteil bereits bei über 50 Prozent. Dies ist eine regelrechte Bugwelle, die wir vor uns herschieben.



Zu viele Jugendliche haben nach der Ausbildung keine Anschlussperspektive. 16.298 Jugendliche unter 25 Jahren wurden im Juni nach ihrer Ausbildung arbeitslos, und in den Monaten August und September werden es noch mehr sein. Insgesamt hatten im Juni 4,4 Prozent der 15- bis unter 20-Jährigen und 9,3 Prozent der 20- bis unter 25-Jährigen keine Arbeit.



Das ist ein Skandal und darf so nicht bleiben. Wir brauchen einerseits bessere Kinderbetreuung und bessere Schulen. Die Länder sind hier gefordert. Andererseits müssen wir auch dort unterstützen, wo Aktivitäten im Bildungswesen zu spät kommen. Deshalb haben wir das Gesetz Verbesserung der Qualifizierung und Beschäftigungschancen von jüngeren Menschen mit Vermittlungshemmnissen auf den Weg gebracht, mit dem wir speziell Jugendliche ansprechen. Sie sollen leichter einen Arbeitsplatz finden, sich bei der Arbeit bewähren und ihre Qualifikationen verbessern können.



Dazu führen wir einen Qualifizierungszuschuss ein, der sich an Jugendliche ohne Ausbildung richtet. Für Jugendliche mit Ausbildung, aber ohne Arbeit gibt es künftig einen besonderen Eingliederungszuschuss, der an den Arbeitgeber gezahlt wird. Zur besseren Vorbereitung auf eine Ausbildung wird es die betriebliche Einstiegsqualifizierung für Jugendliche als reguläres Instrument geben. Betriebe wollen wir bei der Ausbildung von Jugendlichen, die es schwerer auf dem Arbeitsmarkt haben, unterstützen. Deswegen wird es künftig sozialpädagogische Begleitung und organisatorische Unterstützung bei betrieblicher Berufsausbildung und Berufsvorbereitung geben.



Ganz wichtig ist auch, dass Jugendliche sich möglichst frühzeitig Gedanken über ihre berufliche Zukunft machen. Daher bauen wir die Möglichkeit zur Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen aus. Damit haben wir ein ganzes Paket geschnürt, um jungen Menschen den Einstieg in Arbeit zu erleichtern.