Vereinbarkeit von Pflege und Beruf: Gewinn für Beschäftigte und Unternehmen

Gabriele Frühjahr 2013
 

PSt'in Gabriele Lösekrug-Möller

 

Die Große Koalition bringt jetzt bessere Hilfen für pflegende Beschäftigte auf den Weg. Das ist der konsequente zweite Schritt nach der Elterngeldreform, die Eltern die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf erleichtert.

 

3,5 Millionen Menschen pflegen ihre Angehörigen. Häufig ist die Pflege eines geliebten Menschen nur mit Mühe zu stemmen und zu verkraften. Sind die Pflegenden gleichzeitig erwerbstätig, stehen sie außerdem in einem ständigen Spagat zwischen den Anforderungen ihres Angehörigen und ihres Arbeitgebers. Diesen Menschen helfen wir jetzt mit mehr Rechten, mehr zeitlicher Flexibilität und einer Verknüpfung der zehntätigen Pflegezeit mit einem Lohnersatz.

Neu sind die Regelungen zur Sterbebegleitung. Uns ist wichtig, dass Menschen ihren Angehörigen auch auf seinem letzten Weg begleiten können. Deshalb bekommen Beschäftigte die Möglichkeit, zur Sterbebegleitung drei Monate lang ganz oder teilweise aus dem Job auszusteigen.

Viele pflegende Angehörige wollen im Beruf bleiben, steigen aber dennoch aus, weil es ihnen an Unterstützung fehlt. Das soll anders werden. Deshalb sind die neuen Regeln auch ein Gewinn für die Unternehmen. Ihnen bleiben engagierte Fachkräfte erhalten. Ihre Investitionen in die Beschäftigten gehen nicht vorzeitig verloren. Die Fluktuation unter den Beschäftigten sinkt, Transaktionskosten gehen zurück. Gleichzeitig werden bessere Rahmenbedingungen für Beschäftigte zu mehr Motivation und damit zu besseren Unternehmensergebnissen führen. Schließlich werden die Unternehmen von Bürokratieaufwand und – kosten entlastet.

Die Ministerinnen Schwesig und Nahles legen mit dem Gesetzentwurf zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf ein gutes Reformpaket vor, das für Beschäftigte ebenso wie für Unternehmen einen Gewinn darstellt.