Jannike Wachowiak aus Bad Münder: Praktikantin im Berliner Büro von Gabriele Lösekrug-Möller

Praktikantin Jannike Wachowiak Mai 14
 

Praktikantin Jannike Wachowiak 2014

 

Im „Motor der Republik“: Meine erste Woche als Praktikantin im Deutschen Bundestag

Im nur wenige Meter vom Reichstagsgebäude entfernt liegenden Paul-Löbe-Haus, einem Teil des sogenannten „Band des Bundes“ mit dem neuen Kanzleramt und dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, beginnt meine Reise von der Theorie des politikwissenschaftlichen Studiums in Osnabrück in die Praxis des parlamentarischen Alltags in Berlin.

 

Bereits die Atmosphäre der beeindruckenden Parlamentsbauten, ihre architektonischen Besonderheiten und die von Künstlern verschiedenster Nationen in die Gebäude integrierten Werke vermitteln das Gefühl, sich an einem Ort von kultureller und geschichtlicher Bedeutung zu befinden. Gegen Ende meines dreijährigen Bachelorstudiums der „Europäischen Studien“, in denen ich mir viel theoretisches Wissen über deutsche und europäische Politik angeeignet habe, freue ich mich für ein paar Wochen die Bücher gegen Menschen und Erlebnisse eintauschen zu können.

Um ein tiefgehendes und praktisches Verständnis für die Arbeit des wichtigsten Organs der Legislative zu gewinnen, bietet mir das Praktikum im Abgeordnetenbüro von Lömö bereits in der ersten Woche die Möglichkeit, den konkreten Ablauf einer Sitzungswoche, die Arbeit in den Arbeitsgruppen und Ausschüssen sowie die Diskussionen und Abstimmungen im Plenum zu verfolgen. Insbesondere die Arbeit der parlamentarischen Ausschüsse, in der Öffentlichkeit oft kaum wahrgenommen, bestimmt die fachliche und inhaltliche Arbeit des jeweiligen Bereichs und bereitet die Beschlussfassung im Plenum vor.

So konnte ich beispielsweise diese Woche den Weg, den der Gesetzentwurf zur Änderung des Arbeitnehmer- Entsendegesetzes von der Diskussion im Ausschuss für Arbeit und Soziales bis zur einstimmigen Annahme im Plenum genommen hat, begleiten. Die Aufnahme der Branche „Schlachten und Fleischverarbeitung“ in das Arbeitnehmer- Entsendegesetz stellt hierbei die rechtliche Voraussetzung für die Einführung eines verbindlichen Mindestlohns. Neben der sozialdemokratischen Kernthematik eines  gesetzlichen, flächendeckenden Mindestlohns  standen zum Beispiel auch der Europäische Hilfsfond für die am stärksten von Armut betroffenen Personen und das Programm MobiPro zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa auf der Tagesordnung des Ausschusssitzung. Diese Woche beantwortete Anette Kramme in ihrer Funktion als parlamentarische Staatssekretärin die Fragen der Abgeordneten, in der nächsten Sitzungswoche werde ich jedoch die Möglichkeit haben, Lömö in ihrer Rolle als Vertretung der Regierung bzw. Stellvertreterin für Ministerin Andrea Nahles, erleben zu können.

Bereits dieser einwöchige Einblick in den parlamentarischen Alltag, hat es mir ermöglicht meine Vorstellungen zu überprüfen und neue Zusammenhänge herzustellen, frei nach dem Motto „verstehen durch erleben“.

Als besonderen Abschluss meiner ersten Woche verfolgte ich von der Zuschauertribüne des Plenums aus Lömös Rede zum Gesetzesentwurf zur rückwirkenden Auszahlung von Ghetto-Renten, also Renten für diejenigen, die in den Ghettos des NS-Regimes gearbeitet hatten.