Buchtipp November 2013

Dieser Buchtipp stammt von Jens Hundrieser.

Robert Menasse: Der europäischeLandbote. Die Wut der Bürger und der Friede Europas. Zsolnay Verl. 2012, ISBN 978-3552056169, 112 Seiten 9,99 €.

In seinem Buch "Der europäische Landbote" streitet Robert Menasse für ein Europa, das nicht auf Wirtschafts- und Finanzfragen reduziert werden darf, für ein Europa als Idee und und als Antwort auf das historisch begründete Verlangen politisch denkender Menschen nach Frieden und Freiheit.

Überzeugend korrigiert Menasse dabei die offen oder versteckt formulierten Vorurteile gegenüber Brüsseler Institutionen: "Es gibt keinen staatlichen Verwaltungsapparat und kein großes politisches Projekt, das so billig und zugleich so effektiv ist."

Mit seinem Aufruf gegen das Ausufern einseitig nationaler Forderungen und Identitäten und für mehr Demokratie in Europa stößt er notwendige Diskussionen an. Sein leidenschaftliches Plädoyer für Europa verbindet Streitkultur, Aufklärung, Werbung, Reportage und persönliches Bekenntnis in einer Form und Sprache, die für den Bereich der politischen Literatur Maßstäbe setzt. So bleibt zu hoffen, dass Menasses Visionen die momentane Krise, die eigendlich eine der derzeit regierenden nationalen Politiker, die meistens nicht weiter als zur nächsten Wahl denken, ist, zu einer anderen moderneren Demokratie führen.

Das Buch ist gut verständlich und flüssig geschrieben und in relativ kurzer Zeit zu lesen. Es erhielt den Preis "Das politische Buch 2013"der Friedrich-Ebert-Stiftung.