Mein Auslandsjahr in den USA - Die PPP-Stipendiatin Jana Messerschmidt berichtet

2012 ppp - Jana Messerschmidt
 

Jana Messerschmidt mit ihrer Gastfamilie

 

Jedes Jahr können sich Schülerinnen und Schüler bei den lokalen Bundestagsabgeordneten um ein Stipendium für ein Austauschjahr in den USA bewerben. Jana Messerschmidt aus dem Wahlkreis der Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller hat an dem Parlamentarischen-Partenschaftsprogramm (PPP) 2012/2013 teilgenommen und durfte für ein Jahr bei einer Gastfamilie in den USA leben. Von ihren Erfahrungen und Eindrücken berichtet sie:

 

"Als ich am 4. Januar, zu meinem Geburtstag, die Zusage für das PPP Stipendium bekommen habe, konnte ich es kaum glauben. Ich habe mich total gefreut. Nun gab es viel zu erledigen: Impfen, Visum, Vorbereitungscamps,…. Doch schon bald war der Tag des Abschieds gekommen und das Abenteuer auf der anderen Seite des großen Teichs konnte beginnen.

Mit den anderen Austauschschülern bin ich mit dem Flugzeug von Frankfurt nach Chicago geflogen. Von dort ging es mit dem Bus weiter nach Columbus, Wisconsin, wo wir in einem Camp noch einen Tag auf die Folter gespannt wurden, bevor wir unsere Gastfamilien endlich treffen konnten. Auf dem Weg nach Hause haben mir meine neuen Schwestern schon viel über Mosinee, welches für ein Jahr mein neues Zuhause sein sollte, erzählt. Am fünften Tag waren wir auf einer Hochzeit eingeladen. Nach vier Monaten musste ich leider die Familie wechseln, weil die Brandenburgs nur meine Wilkommensfamilie waren. Bei Familie Olson habe ich mich aber auch sehr wohl gefühlt. Ich bin froh, dass ich jetzt drei wundervolle Familien und einen Haufen Geschwister habe.

2012 PPP Jana Messerschmidt 2

Bevor ich umgezogen bin, sind meine Schwester und ich immer mit dem typisch amerikanischen gelben Schulbus gefahren, danach konnte ich zur Schule gehen, da ich direkt in der Stadt gewohnt habe. Das Schulsystem in den USA ist ganz anders als hier in Deutschland. Man kann in einem Semester höchstens acht Fächer wählen und man hat jeden Tag den gleichen Stundenplan. Nach der Schule kann man sich noch an anderen Aktivitäten wie Sport, der in drei Saisons eingeteilt ist, oder Theater beteiligen. Zwei Wochen nach meiner Ankunft bin ich schon dem Volleyballteam beigetreten und im Frühling habe ich dann Leichtathletik gemacht. Es hat immer Spaß gemacht mit meinem Team auf Wettkämpfe zu gehen und gegen andere Schulen anzutreten. Ich war auch im Forensiksteam. Bei Forensiks geht es darum freie Reden mit Hilfe einer Notizkarte zu halten. Ich habe es sogar bis State, d.h. zur Landesmeisterschaft geschafft und eine Goldmedaille bekommen. Im Winter war ich mit auf dem Schulausflug „Trees for Tomorro“. Dort haben wir viel über die Natur und die Tiere gelernt. Im Wald haben wir auch einen Ausflug auf Schneeschuhen gemacht.

In der Schule gab es im Laufe des Jahres verschiedene Bälle, wie Homecoming und Prom, auf denen ich immer viel Spaß mit meinen Freunden hatte. Bei der Abschlusszeremonie durfte ich auch in „Cap and Gown“ dabei sein. Da haben wir unser Diploma bekommen, ich habe leider nur ein Zertifikat für das Jahr bekommen, da ich ja nur für ein Jahr an der High School war, aber es war trotzdem sehr schön. Im Anschluss haben meine Gasteltern für mich eine Abschiedsparty gegeben. Mit Freunden und Familie haben wir meinen Abschied gefeiert, denn bald war es schon wieder Zeit nach Hause zu fliegen.

Durch meine Eltern hatte ich die Chance mit Belo an die Westküste zu reisen. Dort haben ich mit den Betreuern und 50 Austauschschülern zwei Wochen lang verschiedene Städte, wie San Francisco, Las Vegas und Los Angeles erkundet. Wir sind im Grand Canyon gewandert, im Yosemite Nationalpark Park Boot gefahren, haben Alcatraz besichtigt,…

Um an der BUBW (Better Understanding for a Better World) Konferenz in San Diego teilzunehmen, habe ich 50 Präsentationen über Deutschland in meiner Schule in verschiedenen Klassen und Vereinen gehalten. Dort haben wir viel über die verschiedenen Religionen gelernt. Wir waren in einer Moschee, in einer Synagoge und in einer Kirche. Dort haben uns die jeweiligen „Pastöre“ empfangen und viel erklärt. Außerdem haben wir noch über Vorurteile gesprochen und darüber das man allen offen begegnen soll. Ich habe durch die Reisen viele Orte gesehen, viel gelernt und viele neue Leute aus mehr als 30 Ländern kennengelernt.

Mit meiner Clustercoordinatorin, einer FLEX Stipendiaten aus Ukraine und einem YES Stipendiaten aus Tansania-Sansibar habe ich einen Freiwilligendienst gemacht. Des Weiteren haben wir uns das Capital Buliding in Madison angesehen und ein Wochenende mit Nativ Americans verbracht und so ihre Kultur kennengelernt.

Wisconsin hat eine wunderschöne Landschaft, mit vielen Seen auf denen ich mit meiner Gastfamilie oder anderen Austauschschülern viel Spaß beim Wasserski, Kneeboarden und Tuben hatte. Der Sommer war sehr schön und warm und ich habe in den Sommerferien abends noch lange draußen gesessen und gelesen. Der Winter hingegen war sehr kalt und lang, mit viel Schnee und einem Schneesturm. Ich habe Skilanglauf ausprobiert und konnte mit meiner Liason (Ansprechpartnerin von AFS) eine Snowmobiltour machen.
 

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In den letzten vier Tagen des Auslandsjahres hatte ich mit den anderen PPP-Stipendiaten ein Abschlusstreffen in Washington DC, bei dem wir auf die Rückkehr nach Deutschland vorbereitet wurden. Im Congress haben wir uns jeweils mit dem Abgeordneten unserer Region in den USA getroffen und uns bei ihm bedankt. Sean Duffy, mein Abgeordneter, wollte sich eigentlich persönlich mit mir treffen, doch leider ist eine Abstimmung für eine wichtige Verordnung dazwischen gekommen. Eine seiner Assistentinnen hat mir dafür eine Führung durch das Capitol Building gemacht.

Mein Jahr in den USA war fantastisch. Wenn ich noch einmal vor der Entscheidung stehen würde, dann würde ich mich auf jeden Fall wieder für das Auslandsjahr entscheiden! Ich habe in dem Jahr sehr viel gelernt, bin selbstständiger geworden, habe viel neue Freunde gefunden und bin jetzt fließend in Englisch. Ich bin glücklich, dass ich diese Chance bekommen habe und allen dankbar die mir dieses unglaubliche Jahr ermöglicht haben."