Materielle Werte, Gerechtigkeit, Nächstenliebe? Was ist wirklich wichtig?

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Unter dem Motto „Mein Haus, mein Auto, mein Boot – und nun? Gerechtigkeit, Nächstenliebe – Welche Werte sind uns wichtig?“ kamen in „Renkens Gasthof“ in Vollersode Gabriele Lösekrug-Möller, MdB aus dem Wahlkreis Hameln-Pyrmont und Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales, Heino Hüncken, ehemaliger Pastor in Hambergen, und Christina Jantz, SPD-Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Osterholz, zusammen.

 
Christina Jantz 19.8.2013

Gabriele Lösekrug-Möller stellte gleich zu Beginn der Diskussion fest: „Für Sozialdemokraten bemisst sich der Wert eines Menschen nicht nach seiner Leistungsfähigkeit“. Ökologie, Ökonomie und Soziales müssten beim Streben nach Gerechtigkeit in ein Gleichgewicht gebracht werden. Es widerspreche dem Gerechtigkeitsempfinden der überwiegenden Mehrheit, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander gehe und das Armutsrisiko steige. Diese gefühlte Spaltung werde durch den 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung bestätigt. Die Bekämpfung von legaler und illegaler Steuerflucht seien besonders wichtig um wieder Gerechtigkeit herzustellen, da dem Staat so jährlich etwa 150 Milliarden Euro verloren ginge. Letztlich stehe auch der Zusammenhalt der Gesellschaft auf dem Spiel, wenn die soziale Ungerechtigkeit weiter voranschreite.

Pastor Heino Hüncken widmete sich der Frage, was Nächstenliebe bedeutet. Mit dem Gleichnis des barmherzigen Samariters stellte er dar, dass echte Nächstenliebe erst entstehe, wenn das Handeln mit Nächstenliebe gefüllt werde. Jeder müsse sich die Frage stellen „Wem werde ich zum Nächsten?“. Gefragt sei eine Hilfe auf Augenhöhe statt ein mildtätiges Handeln „von oben herab“. Hüncken nannte abschließend drei Problembereiche als praktische Beispiele für Nächstenliebe und Gerechtigkeit. Als erstes nannte er die Herstellung von Chancengerechtigkeit für alle Kinder, als Zweites den Respekt gegenüber der Natur und Tieren, und zuletzt die mangelnde Ehrlichkeit von Lebensmittelproduzenten gegenüber Verbrauchern.

Christina Jantz widmete sich den konkreten Zielen, die sich die SPD für den Fall eines Wahlsiegs auf die Fahnen geschrieben habe. Leiharbeit und Zeitarbeit müssten wirksam reguliert und unbegründete Befristungen eingedämmt werden, um wieder Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt herzustellen. Als weiteren wichtigen Punkt nannte Jantz die Familienpolitik. Kinder müssten besser gefördert werden und die Vereinbarkeit von Famillie und Beruf gestärkt werden.

In der anschließenden Diskussion kamen neben dem Thema Wertewandel auch konkrete politische Fragestellungen zur Sprache, wie die Zukunft von einfach Ausgebildeten, die Finanzierbarkeit des Pflegesystems oder die Integration von Beamten in das gesetzliche Rentensystem.