Praktikumsericht von Nils Heisterhagen, 2. Woche

Nils Heisterhagen Juni 2013
 

Nils Heisterhagen

 

In dieser Woche kamen die Abgeordneten wieder aus ihren Wahlkreisen, um in Berlin zu tagen. Die Sitzungswoche war intensiv und durchtaktet. Ich habe an vielen Sitzungen und Gesprächsrunden teilnehmen dürfen.

 

So z.B. an der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Arbeit und Soziales der SPD-Fraktion, der Sitzung des Ausschusses Arbeit und Soziales, der Arbeitsgemeinschaft zum Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung der SPD-Fraktion, der Sitzung des Beirates zur nachhaltigen Entwicklung und an mehreren Plenarsitzungen. Ich war außerdem bei einigen parteiinternen Veranstaltungen und hatte dementsprechend einen vollen Kalender. Die erste Erkenntnis dieser Woche, die nicht sehr überrascht, ist: Bundestagsabgeordnete haben eine Menge zu tun. Der Tag ist durchgetaktet und muss gut organisiert sein. Diese Organisation gut zu leisten, ist ein Ergebnis eingespielter Organisation. Der Tag eines Abgeordneten erfordert hohe Konzentration und eine große Disziplinierung.

Zu den von mir in der letzten Woche aufgeworfenen Fragen kann ich zu Einigen etwas beitragen, auch wenn es nur eine subjektive Erfahrung ist. Etwa auf folgende Frage:

Drückt sich der Unterschied zwischen Regierung und Opposition nur im Plenum aus, wenn das deutsche Parlament als Redeparlament in der öffentlichen Diskussion als Ort des politischen Austausches sichtbar wird, oder kann man in der Ausschussarbeit einen Konflikt zwischen Regierung und Opposition ausmachen und inwieweit unterscheidet sich das davon, was der Öffentlichkeit bekannt ist? Also inwieweit ist das deutsche Parlament in seiner Funktion als Arbeitsparlament auch in seiner Alltagsarbeit von politischen Konflikt betroffen und wie wird dieser Konflikt sichtbar?

Der Konflikt zwischen Regierung und Opposition drückt sich auch im Ausschuss aus, auch wenn der nicht so stark ist wie im Plenum. Bei emotional besetzten Themen kann es aber auch im Ausschuss zu stärkeren Wortgefechten kommen.

Mein Praktikum macht mir definitiv Freude und ich lerne viel über die politische Praxis des Parlamentarismus hinzu.