Fall Amazon:Ministerin empört sich wieder mal im Einzelfall!

2011 Gabriele Oktober neu
 
 

Gabriele Lösekrug-Möller spricht heute Nachmittag in der Aktuellen Stunde zum Fall Amazon im Bundestag.

Der Fall Amazon zeigt erneut: die Bundesarbeitsministerin von der Leyen geht Probleme nicht grundsätzlich an, sondern nutzt sie für verbale Großeinsätze.

 

Sie „schleckert“ durch die Republik und zeigt größtmögliche Empörung. Dieses Muster erleben wir jetzt bei Amazon erneut. Eine schnelle Drohung mit Lizenzentzug für diesen einen Arbeitgeber, ohne das Problem von Leiharbeit, befristeten Arbeitsverträgen, Saisonarbeit, unbezahlte Einarbeitung und Lohndrückerei bei der Arbeitnehmerüberlassung anzugehen.

Die SPD Bundestagsfraktion hat in den vergangenen Jahren diverse Initiativen gegen Ausbeutung in der Leiharbeit ergriffen. Alle unsere dringlichen Vorschläge zur Regulierung wurden von ihr schlichtweg abgelehnt.

Wie viel Reportagen brauchen wir eigentlich noch bis sich diese Regierung bewegt? „Ich befürchte, dass diese Regierung auch in den verbleibenden Monaten zu keiner strukturellen und nachhaltigen politischen Umsteuerung in der Lage ist. Eine substantielle Initiative für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen wird nicht erfolgen“, so Lösekrug-Möller.

Amazon ist stolz darauf, ein besonders kundenfreundliches Unternehmen zu sein. Immerhin hält es fast ein Viertel Marktanteil des Online-Handels für Bücher und Unterhaltungselektronik. Kunden und Politik sollten nun die Arbeitnehmerfreundlichkeit in den Blick nehmen und handeln, so Lösekrug-Möller.