Grußwort von Lömö zur Ausstellungseröffnung Demokratie stärken- Rechtsextremismus bekämpfen

Hla
 
 

Gabriele Lösekrug- Möller hat am heutigen Tag vor 100 Interessierten die Ausstellung der Friedrich Ebert Stiftung in der Handelslehranstalt Hameln zu dem " Thema Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen" eröffnet.
Lesen Sie hier hier Grußwort:

Sehr geehrter Herr Landrat,
sehr geehrte Frau Schröder,
sehr geehrter Herr Strahler,

als erstes möchte ich Danke sagen, dass die Handelslehranstalt Hameln es möglich gemacht hat die Ausstellung hier stattfinden zu lassen.

Danke, dass die Friedrich Ebert Stiftung so eine ansprechende Ausstellung zu diesem interessanten Thema „auf die Reise“ schickt und zur politischen Bildung und Information beiträgt.


Rechtsextremismus bekämpfen heißt: Die Mauer der Bagatellisierung durchbrechen. Kleinreden und Ignorieren, das ist der falsche Weg! Wir wissen es aus unserer deutschen Geschichte – und unserer deutschen Gegenwart.

Wir wissen: Rechtsextremismus speist sich aus einem gesellschaftlichen Umfeld von menschenverachtenden Vorurteilen. Menschenfeindliche Einstellungen breiten sich in der Mitte der Gesellschaft aus.

Die Verbreitung des Antisemitismus zeigt: Nicht der Islamismus, sondern der Rechtsextremismus steht ganz überwiegend im Zentrum antisemitischer Straf- und Gewalttaten – über 90 Prozent werden von Rechtsextremisten verübt.
Zugleich sind antisemitische Einstellungen zum Alltagsphänomen geworden. Gleiches gilt für rassistische Einstellungsmuster.

Der Rechtsterrorismus entwickelt sich aus geduldetem Rechtsextremismus. Die NSU-Morde, das Wegsehen zuständiger Behörden – bis hin zum Schreddern von Akten, das alles kommt derzeit in einem Untersuchungsausschuss des Bundetages ans Licht. Und was wir sehen, gibt uns einen tiefen Einblick in die Blindheit vieler Schützer unserer rechtsstaatlichen, demokratischen Ordnung.
Wie weit ist der Schritt vom „Nicht genau hinschauen“ bis zum stillen Dulden, vom stillen Dulden zum Akzeptieren? Genau um diese Fragen, um diesen Prozess geht es auf allen Ebenen unserer Gesellschaft!

Rechtsterroristische Morde müssen aufgedeckt, staatliches Versagen muss ohne falsche Rücksichtnahme aufgeklärt werden.
Die Stigmatisierung von Opfern rechter Gewalt muss aufhören.
Die Gesellschaft ist zu stärken, wo es um die Behauptung der Demokratie in sozialen Räumen geht, in die Rechtsextremisten eingedrungen sind: ob Schulen, Sportvereine oder Musikszene.

Überall, aber nicht bei uns, hier im schönen Hameln?
Sind wir hier das kleine Paradies, die Ausnahme der Regel?
Ich fürchte nicht.

Rechtsextremismus ist in Deutschland, auch hier bei uns im Hameln-Pyrmont, keine Randerscheinung.
Wir sollten davon ausgehen, dass Rechtsextremismus auch in unserer Region die Alltagskultur bedroht und die Zivilgesellschaft durchdringt. Deshalb ist es gut, dass wir in Hameln in einem gemeinsamen Bündnis aller Parteien, der Kirchen und der Gewerkschaften den Rechtsextremisten die Stirn bieten.

Die Statistik des Bundesamtes für Verfassungsschutz weist für die letzten Jahre zwar eine abnehmende Zahl an Personen aus, die insgesamt dem rechtsextremistischen Milieu zugerechnet werden. Allerdings konstatieren die Verfassungsschützer sowohl eine steigende Zahl von Neonazis als auch eine Zunahme der rechtsextremistischen Gewaltbereitschaft.

Hinzu kommt, dass rechtsradikale Einstellungen Studien zufolge bis in die Mitte der Gesellschaft hinein zu beobachten sind.

Und was ist der richtige Weg?
Nur durch starke Demokraten, durch Menschen die von Klein auf lernen, die Schwächeren zu schützen und offen und neugierig auch für andere Kulturen zu sein, nehmen wir dem Rechtsextremismus die Chance in unseren Alltag einzudringen und sich breit zu machen.

Nur durch eine starke Demokratie mit Menschen mit Rückgrat, verlieren Rechtsextremisten den Ansporn in unseren Schulen, Kindergärten, Musik- und Fußballvereinen tätig zu werden und ihr Gedankengut zu verbreiten.

Nur durch Information, Aufklärung und politische Bildung, wie in dieser Ausstellung zu sehen, in guten Schulen, wie dieser hier, können Jugendliche und auch Erwachsene lernen sich zur Wehr zu setzen, Zivilcourage bei Übergriffen zu zeigen und sich engagiert dem Rechtsextremismus entgegenzustellen.

Der Bundespräsident Joachim Gauck sagte einmal im Bezug auf Rechtsextremismus:
„ Euer Hass ist unser Ansporn“.


Lassen Sie dies auch zu Ihrem Motto werden und laden sie Freunde und Bekannte ein diese Ausstellung der Friedrich Ebert Stiftung zu besuchen und sich zu informieren.

Nur so können wir alle dem Rechtsextremismus entgegentreten und unsere Demokratie leben und schützen.
 

Hla2

Lömö im Gespräch mit Landrat Butte und Heinz Beissner