Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen verbessern

2011 Gabriele Oktober2
 
 

Anlässlich der Einbringung des Antrags für bessere Bedingungen bei Tiertransporten und in Schlachtbetrieben Gabriele Lösekrug-Möller:

Deutschland ist ein Niedriglohnland im Schlachtsektor. Die Arbeitsbedingungen sind menschen- und tierunwürdig. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb


ein Ende des Lohndumpings und der teilweise verheerenden Missstände beim
Umgang mit Tieren in den Schlachtbetrieben und bei iertransporten. Gute Tierschutzpolitik geht einher mit guter Arbeits- und Sozialpolitik.
Die körperlich anstrengende, laute und schmutzige Arbeit aller Arbeit- und Auftragnehmer muss angemessen bezahlt werden. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert den schon seit langem notwendigen allgemeinen, gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde und grundlegende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für Festangestellte, Leih- und entsandte Arbeitnehmer beim Umgang mit Tieren. Es muss für Arbeitgeber selbstverständlich sein, die notwendige Ausrüstung und Arbeitsschutzausrüstung kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Für den Schutz vor häufigen Unfällen in Schlachthöfen müssen regelmäßige Arbeitsschutzbelehrungen über die Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen stattfinden. Ebenso müssen
Transportzeiten begrenzt, die regionalen Schlachthofstrukturen gestärkt werden. Die Tiere benötigen während der Transporte Pausen, ausreichend Platz sowie eine ausreichende Versorgung.

Wir wollen die Arbeitsbedingungen entscheidend verbessern und den Tierschutz durch regelmäßige Kontrollen und wirksamere Ahndung von Gesetzesverstößen stärken, aber auch durch die Möglichkeit für Arbeitnehmer anonym als Hinweisgeber für Missstände zu fungieren. Denn niedrige Fleischpreise rechtfertigen nicht die unwürdigen Verhältnisse im Schlacht- und Transportbereich. Leidet der Mensch leiden die Tiere – und
umgekehrt.