Lömö mittendrin: Unterwegs im Landkreis Holzminden

Lömö mittendrin f.u.n.k.e.30.8.12.JPG
 

Lömö bei der Firma f.u.n.k.e. Delligsen

 

Am Donnerstag, 30.8.12, war Lömö gemeinsam mit der Holzmindener Landtagsabgeordneten Sabine Tippelt im Landkreis Holzminden unterwegs, um zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen zu besuchen. Begleitet wurden sie vom Delligser Bürgermeister Dirk Knackstedt.

Den Anfang machten die beiden Politikerinnen bei der Firma f.u.n.k.e., deren Geschäftsführer Manfred Kennel und der Gesellschafter Bernd Wittemöller sie in Empfang nahmen. Die im Januar 2011 gegründete Firma f.u.n.k.e. stellt Werkzeuge her und hat im Mai letzten Jahres mit der Produktion am Standort Delligsen begonnen. Aktuell beschäftigt der Betrieb 34 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von circa vier Millionen Euro. Damit gehören sie zu den größten Neugründungen des Landkreises Holzminden der vergangenen Jahre.

Beim Rundgang durch den Betrieb wies Manfred Kennel auf den drohenden Fachkräftemangel hin. Er ist einer der Initiatoren des gemeinnützigen Bildungsprojekts „Pro Technicale“, das es sich zum Ziel gemacht hat, junge Frauen für technische Berufe zu begeistern.

Der zweite Anlaufpunkt war für Lömö der Besuch im evangelischen Kindergarten in Delligsen. Begrüßt wurde sie vor Ort von Pastor Knobloch und der Kindergartenleiterin Silvia Seipelt. Der Kindergarten verfügt heute über sechs Gruppen mit insgesamt 122 Kindern. Hinzu kommen eine Gruppe mit Krippenkindern und eine Integrationsgruppe. Ein besonderes Angebot des Kindergartens ist die musikalische Früherziehung der Kinder. Insgesamt ist die Kinderbetreuung in Delligsen sehr gut ausgebaut, worauf Bürgermeister Knackstedt verwies. Um dies jedoch auch dauerhaft gewährleisten zu können planen Kirche und Stadt einen Neubau sowie die Sanierung des Bestehenden. Bereits 2010 wurde im unteren Bereich des Geländes ein Ruheraum für die Krippenkinder eingerichtet. Durch die so neu geschaffenen Möglichkeiten, würde das alte Gebäude im oberen Teil der Anlage, auch für andere Dinge nutzbar.

Trotz der positiven Zahlen haben Silvia Seipelt und Pastor Knobloch Kritik parat, die sie den beiden Politikerinnen mit auf den Weg geben wollen. So wurden die Punkte Essenzuschüsse, Finanzierung der baulichen Pläne, Bezahlung der Erzieherinnen und deren Ausbildung, die Notwendigkeit der „dritten Kraft“, kirchliches Arbeitsrecht und bürokratische Hemmschwellen thematisiert. Die heimische Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller kommentierte den letzten Punkt damit, dass „wir manchmal – auch wenn es gut gemeint ist – zu bürokratisch helfen“.

Lömö mittendrin KiGa Delligsen 30.8..JPG

Lömö im evangelischen Kindergarten Delligsen

Nach einem kurzen Fußmarsch erreichte die Gruppe das Altenpflegeheim in Delligsen, die Seniorenresidenz Lindenhof. Hier wurden sie bereits von Residenzleiter Dicke und der Pflegedienstleiterein Frau Backmann erwartet. Die beiden übernahmen anschließend die Führung durch den „Lindenhof“. Das vier Jahre alte Haus bietet Platz für 80 Personen und eignet sich teilweise auch für Wohngemeinschaften älterer Menschen. Auf den Fluren und in den Gemeinschaftsräumen finden sich zahlreiche alte Möbelstücke, Bilder und Accessoires von Bewohnern der Seniorenresidenz. Diese Erinnerungsstücke sollen das Haus wohnlicher machen.

Residenzleiter Dicke plant viele kleine Projekte, um „als Heim direkt im Zentrum bekannter zu werden“. Diesen Ideen folgen Pläne zur baulichen Veränderungen, wie das Anlegen eines Tastgartens. Dicke lobt in diesem Zusammenhang ausdrücklich den Einsatz der Ehrenamtlichen. Abschließend wurden Sorgen und Nöte der Heimleitung angesprochen, beispielsweise die Ausbildungssituation, das Facharztproblem im ländlichen Raum sowie die Streichung des Investitionskostenzuschusses des Landes.

Den Abschluss des Tages bildete der Besuch der Firma WFT in Coppengrave in der Nähe von Delligsen. Der Geschäftsführer Hans-Joachim Rakowitz, der das Unternehmen seit 2005 leitet und seit 2009 zusätzlich als Gesellschafter des Unternehmens aktiv ist, führte seine Besucher durch den hochmodernen Betrieb. Die WFT Werkzeug- und Frästechnik GmbH fertigt Werkzeuge, Lehren und Anlagen für die Kunststoffverarbeitung und beliefert mit ihren Produkten zahlreiche große Unternehmen. Zu den für die Produktion benötigten Materialien äußert Rakowitz folgendermaßen: „Ich lege Wert darauf, dass diese Sachen aus der Region kommen“.

WFT beschäftigt derzeit 60 Vollzeitmitarbeiter, darunter zwölf Auszubildende. Den letzten Jahrgang der Azubis haben Rakowitz und seine Firma komplett übernommen. Die Auszubildenden der Firma, entweder in der Lehre zum Werkzeugmacher oder auch Zerspannungsmechatroniker, gehören zu den besten in der Region. Ohnehin sieht Rakowitz – zumindest bei seinen Auszubildenden – kein Qualitätsproblem. Allerdings hält er es für unerlässlich seine Mitarbeiter durch interne Schulungen fortzubilden. Die Kombination aus hoch qualifizierten Mitarbeitern, Maschinen auf dem neusten Stand der Technik und der großen Produktpalette, sorgt für den Erfolg des Unternehmens. Der Coppengraver Betrieb erwirtschaftet jährlich neue Rekordsummen. Um der großen Nachfrage noch besser gerecht zu werden, würde die Firma ihre Produktion gerne erweitern. Besonders gefreut habe er sich über die Verbesserung der Straßen vor seiner Firmenausfahrt. „Der alte Zustand war untragbar, gerade für die vielen und schwer beladenen LKW die hier tagtäglich fahren“. Sein Lob galt weiterhin dem Landkreis, mit dem er stets vertrauensvoll zusammenarbeiten könne.

„Der Landkreis Holzminden ist ein attraktiver Standort für Firmen, und ich freue mich, dass es für alle Alterklassen unserer Gesellschaft Betreuungsmöglichkeiten in Delligsen gibt. Hier wird gute Kinderbetreuung gewährleistet und älteren Menschen ein würdevolles Leben ermöglicht. Natürlich ist auch hier nicht alles eitel Sonnenschein. Der ländliche Raum leidet unter strukturellen Defiziten. Sei es die Infrastruktur, der ÖPNV oder die ärztliche Versorgung. Wir können und müssen in allem besser werden. Deshalb freue ich mich auch über Anregungen und Kritik,“ so Lömö über ihren erneuten "Mittendrin-Tag" im südlichen Teil ihres Wahlkreises.

 

Lömö mittendrin Lindenhof 30.8.12.JPG

Lömö vor der Seniorenresidenz Lindenhof