Miteinander der Generationen: Den Demografischen Wandel gestalten

 

Am heutigen Montag fand die Anhörung der Projektgruppe „Miteinander der Generationen im Demografischen Wandel“ der SPD-Bundestagsfraktion im Bundestag statt, organisiert durch Franz Müntefering und Sabine Bätzing-Lichtenthäler.
„So komplex die Herausforderung auch ist: Deutschland muss auch in Zukunft ein Land mit hohem Wohlstandsniveau sein, ökonomisch erfolgreich, ökologisch vernünftig, sozial gerecht und stabil“, so die Hamelner Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller.

Damit das gelingt, erfordert es pragmatisches Handeln der Gesellschaft und der Politik. Erfordert aber auch den Mut zum Aufbruch jetzt und ausdauernden Einsatz im Sinne der genannten Zielsetzungen. Der Demografische Wandel ist eine Chance zur Gestaltung, was durch der Unterstützung der eingeladenen Experten diskutiert wurde.

Der Demografische Wandel ist nicht neu – es gibt erhebliche Veränderungen bei den Bevölkerungszahlen (von 81 Mio. Einwohner auf 65-70 Mio. in 2050 – und dies unter der Annahme einer jährlichen Netto-Zuwanderung von 100.000 jährlich) und in der Altersstruktur (nicht mehr 10 % sind über 65 wie 1960, sondern 20 % und 2050 dann 30 %). Die Arbeitswelt und in die Lebensweisen der Menschen werden sich verändern. In den anderen europäischen Ländern sind die Entwicklungen ähnlich.

Die Bundesregierung verwaltet allerdings eher und tut Dienst nach Vorschrift. Gestalten sieht anders aus: Die „Demografiestrategie“ der Bundesregierung ist eine fleißige Bestandsaufnahme, aber bei weitem kein zukunftsfähiges Konzept. Sie offenbart neben wenigen Lichtblicken viel Uneinigkeit, Ratlosigkeit und überholte gesellschaftliche Vorstellungen.

„Einerseits will die Bundesregierung mehr Frauen auf dem Arbeitsmarkt, andererseits hält sie am Betreuungsgeld fest. Einerseits wünscht sie mehr Zuwanderung, andererseits verweigert sie ein neues Zuwanderungsgesetz. Die Regierung möchte auch die Städte und Kommunen unter demografischen Gesichtspunkten umgestalten und streicht doch Mittel für die Städtebauförderung. Das sind Widersprüche, das macht ihre Ankündigungen unglaubwürdig.“, so Gabriele Lösekrug-Möller MdB.

Deutschland braucht langfristig angelegte und ganzheitliche Konzepte zur Gestaltung des Demografischen Wandels. Konkret bedeutet das: Frühkindliche Bildung und Betreuung konsequent weiter auszubauen. Diesen Aspekt diskutierte insbesondere Nils Kammradt von der GEW, da insbesondere die „Ü3-Betreuung“ in den Fokus der Bildung und Bildungsvermittlung gerückt werden müsse.

Die Vielfalt von Menschen und Kulturen zu integrieren und ihre Potenziale auszuschöpfen. Und bezahlbare und bedarfsgerechte Wohnungen vorzuhalten. Es bedeutet mehr erfüllte Kinderwünsche, gute Arbeitsbedingungen und Arbeitszeitmodelle, einen fairen Mindestlohn sowie Gesundheits- und Aktivitätsförderung.

„Wer den demografischen Wandel wirksam gestalten will, kann dies nur im Miteinander aller Akteure. Wir wollen ein Miteinander auf Augenhöhe: Bund, Länder und Kommunen müssen an einen Tisch. Eitelkeiten und Zuständigkeitsfragen halten nur auf.“ so Lömö.

Das Diskussionspapier der SPD und weitergehende Informationen gibt es unter www.spdfraktion.de.