Buchtipp Mai 2012 - Die Dienstagsfrauen

Monika Peetz: Die Dienstagsfrauen. Verlag Kiepenheuer & Witsch 2010.

ISBN-13: 978-3462042559.

Kiki, Caroline, Judith, Eva und Estelle. Das sind die Dienstagsfrauen. Fünf Freundinnen, die sich jeden ersten Dienstag im Monat in ihrem Stammrestaurant treffen. Kennengelernt haben sie sich vor 15 Jahren bei einem Französischkurs. Wirklich viel gelernt haben sie in diesem Kurs nichts. Aber die Tradition, sich nach dem Kurs im auf einen Absacker bei Luc zu treffen, ist auch lange nach Ende des Kurses geblieben.
Es ist schon bemerkenswert wie sich fünf Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, in allen Lebenslagen aufeinander verlassen können.

Kiki, die mit 35 scheinbar nicht viel in ihrem Leben erreicht hat, ist total chaotisch. Caroline, eine gut organisierte erfolgreiche Anwältin, ist das genaue Gegenteil von Kiki. Eva ist Hausfrau und Mutter und zwar mit Leidenschaft. Estelle hat genug Geld und das sieht man ihr auch an. Und dann ist da noch Judith. Judith hat gerade ihren geliebten Mann Arne verloren.

Jedes Jahr fahren die Dienstagsfrauen gemeinsam weg. Doch dieses Jahr ist es anders als sonst. Judith möchte pilgern und zwar auf dem Jakobsweg nach Lourdes. Genauso hat es bis zu seinem Tod auch Arne getan und alles in seinem Tagebuch niedergeschrieben. Bis ans Ziel ist er jedoch wegen seiner Krebserkrankung nicht mehr gekommen. Judith hat sich vorgenommen, den Weg für Arne zu beenden.

Die Freundinnen entschließen sich, Judith nicht alleine zu lassen und pilgern mit. Alle gemeinsam. Während ihrer Reise lernt sich jede der Frauen selbst besser kennen. Sie denken ganz in Ruhe über ihr Leben nach. Jede erkennt ihre Schwachstellen und jede zweifelt an sich selbst. Und vor allem sagt jede den anderen Freundinnen mal so richtig ihre Meinung. Die Freundschaft droht an der neuen Ehrlichkeit zu zerbrechen. Und als dann noch ans Licht kommt, dass Arnes Tagebuch nicht ganz die Wahrheit wiedergibt, kracht es richtig.

Das Buch regt zum Nachdenken an. Viele der Eigenschaften der Dienstagsfrauen entdeckt man auch in der eigenen Person wieder. Zweifelt nicht jeder mal an sich selbst? Und wenn wir mal ehrlich sind, können wir dann immer mit der Wahrheit so gut umgehen? Obwohl viele sehr amüsante Szenen dargestellt werden, ist der Hintergrund der Geschichte von psychologischer Sicht aus viel ernster als es zunächst den Anschein macht. Es geht um Beziehungskisten, die jeder von uns schon mal erlebt hat. Deshalb hat man beim Lesen auch das Gefühl, die Freundinnen gut zu kennen.