Zweiter Workshop zur Fachkräftesicherung in Deutschland

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Gabriele Lösekrug-Möller MdB 28.3.12

 

Mit dem zweiten Workshop zum Thema Fachkräftesicherung ist die SPD Bundestagsfraktion der Bundesregierung weit voraus. Zur Erarbeitung des Fachkräftesicherungskonzeptes der SPD Fraktion, haben sich erneut Sachverständige mit ExpertInnen der SPD aus verschiedenen Ausschüssen getroffen. Unser Praktikant Max berichtet:

"Wir müssen dieses Thema möglichst groß aufziehen und mit den verschiedensten Fachleuten aus unserer Fraktion und Experten besprechen, damit wir dem Umfang und der Bedeutung des Themas gerecht werden", so Gabriele Lösekrug-Möller, die die Veranstaltung moderierte.

Zu den eingeladenen Experten zählten Prof. Dr. Martin Baethge, Präsident des Soziologischen Forschungsinstitutes Göttingen, Dr. Gunilla Fincke, Geschäftsführerin des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration, Dr. Jürgen Wuttke, Leiter der BDA-Arbeitsmarktabteilung und Staatssekretär Prof. Dr. Wolfgang Schröder aus dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg.

Gleich zum Auftakt gab es eine Überraschung. Prof. Dr. Baethge machte deutlich, dass die momentane Lage wie sie in der Presse dargestellt wird, fehlerhaft interpretiert wird. Bei den Ingenieuren könnten wir in Zukunft bald überversorgt sein, wenn die momentane Entwicklung so weitergeht. Fehlen werden in Deutschland Pfleger, Lehrer, Erzieher und Menschen im Gastronomie- und Hotelgewerbe. Selbst Geisteswissenschaftler könnten 2030 zur Mangelware werden. Baethge plädierte dafür die Betrachtung stärker auf einzelne Regionen zu legen und keine Verallgemeinerungen für ganz Deutschland zu machen.

Frau Dr. Fincke legte ihr Hauptaugenmerk nach den Ausführungen Baethges auf das Potential von Migranten und möglichen Zuwanderern. Ein entscheidender Punkt war dabei die Aufnahmekultur, die nach wie vor weniger ausgeprägt ist als in anderen Ländern. Deutlich wurde, dass wir in Zukunft auf Migration angewiesen sein werden, wenn wir unseren Fachkräftebedarf decken wollen. Gleichzeitig müssen wir aber auch das in Deutschland vorhandene Potential besser nutzen.

Nach wie vor gibt es zu viele Menschen ohne Schulabschluss. Problematisch ist zudem die Analphabetenrate in Deutschland. Die Durchlässigkeit in unserem Schul- und Bildungssystem ist schlecht. Den Menschen muss die Möglichkeit gegeben werden ihre Qualifikationen zu verbessern. Da Bildung Ländersache ist, sind gerade die Bundesländer gefragt in dieser Sache tätig zu werden und einheitliche Maßstäbe zu schaffen.

Die Politik muss aber auch an anderen Stellen Anreize schaffen, findet Gabriele Lösekrug Möller. Frauen müssen mehr in den Arbeitsmarkt integriert werden. Das Bild von klassischen Berufsbildern wie Ingenieur oder Erzieherin muss sich ändern und für beide Geschlechter interessant werden. Gleichzeitig müssen diese Berufe aber auch eine ganz andere gesellschaftliche Anerkennung erfahren. Schon heute sind Pfleger/innen genauso wichtig für unsere Gesellschaft wie Ingenieure/innen oder Akademiker/innen.
 

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