Workshop zur Fachkräftesicherung: SPD setzt Zeichen

FK-workshop 7.3.12a.JPG
 

Gabriele Lösekrug-Möller MdB, 7.3.12

 

Mit dem Workshop zur Fachkräftesicherung in Deutschland setzt die SPD-Bundestagsfraktion ein Zeichen und ergreift die Initiative, findet Gabriele Lösekrug-Möller, die die Veranstaltung moderiert und koordiniert hatte.

Es diskutierten freie Sachverständige wie Dr. Ulrich Walwei, Vizedirektor des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, Dr. Claudia Weinkopf, Stellvertretende Geschäftsführende Direktorin des Instituts Arbeit und Qualifikation und Dr. Wilhelm Adamy aus dem DGB Bundesvorstand mit SPD Sprecher/innen aus den verschiedensten Ausschüssen miteinander.

Ziel ist die Erarbeitung eines Fachkräftesicherungskonzeptes bis zur Sommerpause diesen Jahres.

Im Mittelpunkt stehen hierbei zentrale Fragen:
1.Wie kann man Menschen besser in den Arbeitsbereich bringen, vor allem Frauen und ältere Menschen.
2. Wie kann man die Arbeitsleistung qualitativ besser machen?
3. Wie kann man Menschen gesund durch den Arbeitsprozess in ihre verdiente Rente bringen?

Die Experten kamen zu dem Urteil, dass es zwar keinen flächendeckenden Mangel an Fachkräften gebe, aber insgesamt gesehen eine Anspannung auf dem Arbeitsmarkt. Die Probleme, die durch den demographischen Wandel in unserer Gesellschaft entstehen, sind jedem bewusst, dennoch gibt es noch zahlreiche Schrauben, an denen gedreht werden muss.

Gerade wettbewerbsschwächere Arbeitnehmer müssen besser und einfacher an den Arbeitsmarkt herangeführt werden. Dafür muss die individuelle Beschäftigungs- und Erwerbsfähigkeit gefördert werden.

Probleme gibt es aber nicht nur bei den weniger qualifizierten Menschen, sondern auch bei gut ausgebildeten Arbeitskräften, die oftmals in unterwertiger Beschäftigung arbeiten. Der Niedriglohnsektor mit seinen Minijobs und seiner Leiharbeit wird für diese eigentlich gut ausgebildeten Menschen dabei zur Falle, aus der es bald keine Chance mehr zum Aufstieg gibt.

Besonders betroffen sind laut Claudia Weinkopf die Frauen. Sie spricht von sechs Millionen inaktiven Frauen in Deutschland, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Ehegattensplitting oder das von der Bundesregierung eingeführte Betreuungsgeld bezeichnet sie als „Stilllege-Prämien“, die den Frauen das Arbeitsleben schwer machen, anstatt ihnen den Einstieg zu erleichtern.

Zu diskutierende Lösungsansätze waren die Schaffung eines Rechts auf Ausbildung oder eine 2. Chance für Arbeitslose unter 25 in Form einer weiteren  Qualifizierungsalternative.

Gabriele Lösekrug-Möller plädierte für eine Rückbesinnung ihrer SPD auf das Herzthema Bildung: "Die Lernfähigkeit und der Bildungshunger der Arbeitnehmer muss gestärkt und ihre Arbeit besser entlohnt werden."

Bei der Konkurrenz um Fachkräfte sind aber auch die Betriebe selber gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die für Arbeitnehmer attraktiv sind. Nicht nur der Arbeitnehmer muss sich um seine eigene Wettbewerbsfähigkeit kümmern, auch der Arbeitgeber sollte ein Interesse an der Förderung seiner Mitarbeiter haben.

Um diese ersten Gedankenanstöße in einem Konzept zu bündeln, wird es einen weiteren Workshop zum gleichen Thema geben. Es zeigt sich eindeutig, die SPD ist für 2013 gerüstet und bereit zu gestalten.
 

FK-workshop 7.3.12b.JPG

Fachkräfte-Workshop 7.3.12