Gabriele Lösekrug-Möller: Misshandelte Heimkinder schnellstmöglich entschädigen

Lömö Juni09 Ü PetJahresbericht

LöMö im Petitionsausschuss

 

Ich freue mich sehr, dass Heute, zwei Jahre nachdem ich mich dafür eingesetzt habe, dass es einen Runden Tisch für ehemalige Heimkinder gibt, endlich ein fraktionsübergreifender Antrag "Opfern von Unrecht und Misshandlungen in der Heimerziehung wirksam helfen" in den Bundestag eingebracht wird.

In diesem fraktionsübergreifenden Antrag steht:

Der Deutsche Bundestag erkennt Leid und Unrecht an, das ehemaligen Heimkindern in der alten Bundesrepublik und in der DDR widerfahren ist und bedauert dies zutiefst. Der Deutsche Bundestag will allen Opfern von Misshandlungen wirksam, gleichermaßen und diskriminierungsfrei helfen. Dieses wichtige Signal sendet der Antrag an die ehemaligen Heimkinder.

Die Bundesregierung ist jetzt gefordert, so schnell wie möglich die Empfehlungen des Runden Tisches „Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren“, der das Schicksal von Heimindern in Westdeutschland aufgearbeitet hat, umzusetzen. Dazu zählen der Zugang zu Beratung, rehabilitative und finanzielle Maßnahmen.
Leid und Unrecht erlitten Kinder und Jugendliche auch in Heimen der ehemaligen DDR.

Ich begrüße, das auch für diese Betroffenen so schnell wie möglich gleichwertige Hilfen gewährt werden sollen. Dazu muss die Bundesregierung zügig in Verhandlungen mit den entsprechenden Ländern treten, um eine solide Finanzierung zu gewährleisten.

Bereits zum 1. Januar 2012 soll mit der Entschädigung der Opfer begonnen werden können. Entsprechend den Empfehlungen des Runden Tisches Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren wird die Bundesregierung aufgefordert, zügig einen Fonds oder eine Stiftung mit einer Finanzierung von 120 Millionen Euro ins Leben
rufen. 100 Millionen Euro sind für Folgeschäden der Heimerziehung, 20 Millionen Euro für den Rentenersatzfonds
vorgesehen.