LöMö besucht weitere Familienferienstätten

Bereisung BAG FE Familienhotel Hochwald 05.2011
 

Als Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung besuchte LöMö nun weitere der rund 120 Einrichtungen in Deutschland. Die Bereisung führte sie dieses Mal nach Rheinland-Pfalz, wo sie sich einen Eindruck über das gute Angebot der dortigen Familienferienstätten machte. Einen Bericht der lokalen Presse veröffentlichen wir hier:

Hübingen. Beeindruckt vom Angebot des Familienferiendorfes (FFD) Hübingen zeigte sich die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Familienerholung, die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller, bei ihrem Besuch in der Bildungs‑ und Erholungsstätte im Buchfinkenland. Die BAG-Vorsitzende will sich mit einer Rundreise zu den rund 120 in der BAG zusammengeschlossenen Einrichtungen einen persönlichen Eindruck verschaffen.

„Es gibt nicht viele Familienferiendörfer, die so ein gutes Konzept haben“, betonte die Vorsitzende, die zuvor von Claus Eberling, Zweiter Vorsitzender und Geschäftsführer des Trägervereins FFD Hübingen, Hausleiter Andreas Hase und der pädagogischen Leiterin der Einrichtung, Bettina Nordmann, begrüßt worden war. Begleitet wurde sie von Dr. Karin Germer, Leiterin der Geschäftsstelle Evangelische Familienerholung beim Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Weitere Gäste waren der Beigeordnete der Ortsgemeinde Hübingen, Dieter Knopp, sowie der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Montabaur, Andree Stein.

FFD-Leiter Hase gab den Besuchern zunächst einen kurzen Überblick über die Entstehungsgeschichte des Feriendorfes, das 1969 in der Regie des Bistums Limburg eröffnet wurde und in den 1970er und 1980er Jahren als wichtiger Anlaufpunkt für die Diözesanferienwerke seine Blütezeit erlebte.

Nach dem Wegfall von Zuschüssen, der Schließung der Ferienwerke und durch ein geändertes Ferienverhalten während der 1990er Jahre war die Einrichtung zu Beginn der Jahrtausendwende in eine Krise geraten und musste nach der Ablösung vom Bistum neue Wege gehen. Gemeinsam mit dem Trägerverein und unterstützt vom Land Rheinland-Pfalz und vom Bund gelang eine konzeptionelle Neuausrichtung und das Haus konnte sich wirtschaftlich konsolidieren. Inzwischen zählt das FFD jährlich mehr als 20.000 Übernachtungen.

Familienarbeit sowie Freizeit und Bildung in der Gemeinschaft, so betonte die pädagogische Leiterin Bettina Nordmann, stehen im Mittelpunkt des Angebotes der Einrichtung. Dabei arbeite man gut mit dem Bistum und den Jugendämtern, aber beispielsweise auch mit Naturschutzorganisationen wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und dem Naturschutzbund (NABU) zusammen. Außerdem sei das Haus vielen Künstlern aus der Region – wie zum Beispiel den Lahn Artists – verbunden. „Bei allen Angeboten ist der sozialpädagogische Aspekt ganz wichtig und nicht die Animation“, so Nordmann.

Beispielhaft für die Familienarbeit nannte sie das Projekt „Caritas Familien“, das gemeinsam mit dem Verein Caritas der Gemeinde St. Johannes und der Caritasstiftung in der Diözese Limburg organisiert wird und das sich an Frankfurter Familien aus sozialen Brennpunkten richtet. Ziel sei es, so Nordmann, lokale soziale Netzwerke zwischen den Familien aufzubauen und damit Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Die Caritas sorge dann vor Ort für den Fortbestand solcher Netzwerke.

Bei der Kinder‑ und Jugendarbeit bilden laut Nordmann die Schulklassen den Schwerpunkt. Darüber hinaus gebe es Trainings für Auszubildende in einem Ostercamp des hessischen Kultusministeriums mit Hilfestellungen für Schulabschluss und Lehrstellenbewerbung.

Außerdem bietet das Haus auch Erholung für Senioren an. Diese Vielfalt der Zielgruppen führe zu generationenübergreifenden Begegnungen, bei denen „füreinander etwas getan wird“. So hätten Jugendliche für Senioren Pizza gebacken oder aber Senioren für Jugendliche Vorlesestunden organisiert. Bei allen Angeboten verzichte man auf eine Sonderbetreuung für Menschen mit Handicap, vielmehr seien etwa behinderte Kinder bei allen Aktionen „einfach dabei“.

Bei einem Rundgang durch die Einrichtung gewann die Vorsitzende der BAG Familienerholung einen unmittelbaren Eindruck vom räumlichen und inhaltlichen Angebot, zu dem auch die angegliederte katholische Kindertagesstätte „Kindergarten am Wald“ gehört. Deren Leiterin Lena Tibelius gab den Besuchern einen Einblick in die Arbeit des eingruppigen Kindergartens.

Einen Eindruck vom kreativen Angebot bekamen die Besucher beim Blick in die „Werkstatt“ der Keramikmeisterin und Erwachsenenpädagogin Sieglinde Müssig-Jarnicki. Außerdem besuchten die Gäste die Kapelle des Feriendorfes, die – wie Hausleiter Hase betonte – von Chören und Musikern wegen ihrer guten Akustik gerne für Proben und Einspielungen genutzt wird.

„Zurecht können Sie auf diese Einrichtung stolz sein“, fasste Gabriele Lösekrug-Möller ihre Eindrücke zusammen und sprach von einem „überzeugenden Gesamtkonzept“, von „Nachhaltigkeit beim Angebot für Familien“ und von „vorbildlicher Arbeit“. Es sei wichtig, jene Familien zu unterstützen, die jeden Pfennig umdrehen müssten, betonte sie. Die Bundesarbeitsgemeinschaft lege Wert auf ein flächendeckendes Angebot. „Es ist daher wichtig, dass wir – mit Unterstützung der Länder – bei entsprechenden Investitionen helfen können“, sagte die BAG-Vorsitzende.

Positiv wertete sie auch das Vorhaben der VG Montabaur, das Familienferiendorf zu einem festen Bestandteil des Tourismuskonzeptes der VG zu machen. „Dies ist eine sinnvolle Ergänzung und keineswegs eine Konkurrenz zu anderen Tourismuseinrichtungen“, erklärte Lösekrug-Möller.

Pressebericht auf der Homepage des Magazins für Gesellschaft, Kultur und Umwelt