Therapeutische Gemeinschaft Neues Land Amelith

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Nahe am Hutewald liegt das kleine Dörfchen Amelith. Hier besuchen wir die Therapeutische Gemeinschaft Neues Land Amelith.

Wir sitzen im gut besuchten Cafe der Einrichtung und stärken uns bei köstlichem Kuchen. Für den Service im Cafe sorgen die „Gäste“ des Neuen Landes, so nennen die Mitarbeiter die Patienten und Patientinnen, die bei ihnen aus der Abhängigkeit von illegalen Drogen in ein selbständiges und lebenswertes Leben begleitet werden. Aber es sind mehr als Mitarbeiter, denn sie arbeiten nicht nur in Amelith, sondern sie leben hier gemeinsam mit den ihnen Anvertrauten. Fachbegriff: Therapeutische Gemeinschaft.

Sie sind sehr erfolgreich, eine Eingliederungsqoute von über 70% spricht für sich. Also, keine Probleme! Leider nein. Gerade das Konzept der therapeutischen Gemeinschaft ist gefährdet. Die Kostenträger haben nicht nur die Therapiedauer verkürzt, nun steht eine Kürzung der Vergütung an und die Anwendung von EU-Standards könnte weitere Probleme mit sich bringen. Andere Häuser haben bereits unter dem Problemdruck Abstand vom Konzept der Therapeutischen Gemeinschaft genommen. Sie arbeiten im großen Verbund als Fachklinik.

Zu Recht zweifeln die engagierten Frauen und Männer in Amelith ob das der richtige Weg ist. Denn die entscheidende Qualität bleibt auf der Strecke. Nicht Substitution, sondern drogenfreies Leben ist ihr Ziel. Sie arbeiten daran aus einer tiefen christlichen Verwurzelung. Die gibt ihnen Kraft und Zuversicht für ihre Arbeit. Vieles von dem was sie tun, tun sie ehrenamtlich – aber auch da stoßen wir an Grenzen.

Ins dörfliche Leben ist die Gemeinschaft gut integriert. Jetzt sollen sie ihre Arbeit, aber auch ihre Kritik am Gesundheitswesen auch an der richtigen Stelle vorbringen können, deshalb wird es einen Termin bei der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Frau Bätzing geben. Dafür sorgt die Wahlkreisabgeordnete.