Buchtipp Mai 2010

Rafik Schami: Das Geheimnis des Kalligraphen

Carl Hanser Verlag 2008, ISBN 978-3-446-23051-4, 459 Seiten.

„In den engen Gängen der Altstadt von Damaskus macht ein Gerücht die Runde: Nura, die schöne Frau des berühmten Kalligraphen Hamid Farsi sei geflüchtet. Warum hat sie ein Leben, um das viele sie beneiden, hinter sich gelassen? Oder war sie Opfer einer Entführung der Gegner ihres Mannes?“

Trefflich hat der Verlag im Klappentext zu diesem Roman die Leimrute ausgelegt. Und tatsächlich, schon die ersten viereinhalb Seiten umgarnen, locken, verführen zum Weiterlesen. Dabei geht es zunächst „nur“ um ein Gerücht, wie es sich ausbreitet, Gestalt annimmt, Kraft gewinnt, seine Wirkung entfaltet. Mit allen Sinnen lesen, das ist das Angebot des Autors, der in immer wieder zu neuen Mustern verschlungenen Erzählsträngen in das Damaskus der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts führt.

Rafik Schami (* 23. Juni 1946 in Damaskus) ist ein syrisch-deutscher Schriftsteller und ein promovierter Chemiker. Das Pseudonym „Rafik Schami“ bedeutet Damaszener Freund oder „der aus Damaskus kommt“, der bürgerliche Name des Autors ist ‏سهيل فاضل‎, DMG Suhail Fāḍil.

Rafik Schami engagiert sich seit vielen Jahren für die Aussöhnung zwischen Palästinensern und Israelis.