Buchtipp April 2010

Andrea Camilleri: Die Pension Eva

Rowohlt Taschenbuch Verlag2009, ISBN 978-3-499-24472-8 174 Seiten.

Das hätte ich nicht geglaubt. Jemals einen Roman über ein Bordell zu empfehlen. Andrea Camilleri macht es möglich. Wer jedoch annimmt, es handelt sich um einen weiteren Fall für Commissario Montalbano, der irrt, kommt aber dennoch in den Genuss einer ebenso sizilianischen Geschichte.

Die Pension Eva in Vigàta erweckt nicht nur die Neugierde des kleinen Nenè. Was geht dort vor? Immer ist die Haustür einen kleinen Spalt geöffnet, aber die Jalousien vor den Fenstern sind geschlossen. Das irritiert den achtjährigen kleinen Jungen. Im Lauf des Romans lüftet er nicht nur dieses Geheimnis.

„Ein bizarrer, sehr komischer Bildungsroman“, schreibt der Spiegel. Und der Autor merkt Folgendes an:

„Dieser Roman ist ein erzählerischer Ausflug, den ich kurz vor Vollendung meines achtzigsten Lebensjahres unternommen habe. Die Pension Eva ist kein historischer Roman und kein Kriminalroman. Glücklicherweise kann man dieses Buch nicht genau einordnen. Es liest sich ein bisschen leichter als meine übrigen Romane, und auch der Titel ist anders. Die Pension Eva ist nicht autobiografisch, auch wenn die Hauptfigur den Namen trägt, den ich früher bei meiner Familie und meinen Freunden hatte. Der historische Kontext ist authentisch und die Pension Eva hat es wirkliche gegeben. die Begebenheiten, von denen ich erzähle, und die Namen derer, die sich dort begegnen, sind allerdings frei erfunden.“