Buchtipp Februar 2010

Markus Zusak: Die Bücherdiebin

cbt Bertelmann Taschenbuch 2009, ISBN 978-3-570-30627-7 588 Seiten

Deutschland, 1939. Der Tod hat viel zu tun, und er hat eine Schwäche für Liesel.
Ein Jugendbuch, geschrieben aus der Perspektive des Todes? Wie geht das zusammen?

Markus Zusak, dem jungen, in Australien lebenden Autor, ist es erneut gelungen, ein Buch zu schreiben, das nicht nur junge Leserinnen und Leser fesselt. Mit seiner Protagonistin Liesel schuf er die „Bücherdiebin“, die Lesen lernt – nicht etwas in der Schule, sondern mit Hilfe ihres Pflegevaters und ihre „Fibel“ ist das „Handbuch für Totengräber“.

Das mag zunächst befremdlich klingen, fügt sich jedoch zu einer dichten Erzählung in der Glück und Hoffnung eng neben Angst und Leid liegen. Es ist mehr als die Summe kleiner Geschichten aus Molching bei München im Krieg. „Die Bücherdiebin“ ermöglicht einen liebenvollen Blick auf kleine und große Menschen aus einer ungewöhnlichen Perspektive, und dennoch ins Herz.

Leseprobe:
„Jesus Maria….“
Sie sprach es aus, und die Worte fanden Eingang in einen Raum, der voller kalter Luft und Bücher war. Überall Bücher! die Wände waren mit überfüllten, doch ordentlichen Regalen bestückt. Den Wandanstrich konnte man fast nirgends sehen. Die Schrift auf den Bücherrücken war überall unterschiedlich, geschwungen und gerade, groß und klein. Die Buchrücken selbst waren nicht nur schwarz, rot und grau; sie weisen jede vorstellbare Farbe auf. Der Anblick gehörte zu den schönsten, die Liese Meminger je gesehen hatte.
Erfüllt von diesem Wunder, lächelte sie.
Dass ein solcher Raum existierte!“

Wie gut, dass auch Erwachsene Jugendbücher lesen dürfen!