Buchtipp Januar 2010

Martin Suter: Lila, Lila

Diogenes Verlag November 2009 ISBN 978-3257063868, 352 Seiten.

Martin Suters Roman von 2004 kam als Verfilmung im Dezember in die deutschen Kinos.

David kellnert im „Esquina“. Dort lernt er Marie kennen, eine hübsche literaturbegeisterte junge Frau. Zufällig findet David in einem beim Trödler erstandenen Nachttisch aus den fünfziger Jahren ein Manuskript, eine Liebesgeschichte. Um Marie zu gewinnen, gibt er es ihr als von ihm geschrieben. Marie, zuvor eher uninteressiert an David, ist begeistert. Sie schickt es kurzerhand einem Verlag, und nach kurzer Zeit wird David als literarischer Newcomer gefeiert. Seine berechtigten Skrupel verfolgen ihn vor allem während Lesungen, und genau während einer solchen Lesung steht ihm eines Tages der wahre Autor gegenüber und bittet ihn um eine Widmung. Die Lüge entwickelt sich für David zu einer Katastrophe, je mehr Aufmerksamkeit er erhält. Marie liebt ihn seit der ein gefeierter Autor ist, und diese Liebe ist ihm das Wichtigste auf der Welt. Alles andere, vor allem sein Erfolg als Schriftsteller, ist ihm lästig und unwichtig. Aber genau das liebt Marie an ihm. Ein Teufelskreis.

Sicherlich gibt es noch bessere Romane von Suter, aber es ist eine schön zu lesende, aufregend traurige Liebesgeschichte, die nebenbei noch eine Parodie auf den Literaturbetrieb liefert.

Klappentext:
So rein wie die Liebesgeschichte, die er als Manuskript in einem alten Nachttisch findet, sind auch Davids Gefühle für Marie. Und er möchte ihre Liebe, um jeden Preis. Dafür muß er ein anderer werden als der, der er ist. David schlüpft in eine Identität, die ihm buchstäblich über den Kopf wächst.