Buchtipp Dezember 2009

Katharina Hagena: Der Geschmack von Apfelkernen

kiwi-Verlag 2009
ISBN: 978-3-462-03970-2
Preis: 16,95 Euro

Weihnachten steht vor der Tür, und wie jedes Jahr möchte man doch zu dieser nahenden gemütlichen Lesezeit etwas besonders Schönes empfehlen. Was für ein Glück, dass es den „Geschmack von Apfelkernen“ gibt. Das passt wunderbar.

Was zuerst etwas kitschig und gewöhnlich klingt – ein Frauenroman, eine Familiengeschichte, eine Liebesgeschichte – ist doch einfach nur ein schönes, fesselndes Buch, sinnlich, aber auch komisch. Das geerbte Haus, in dem die Enkelin sich an drei Generationen Frauen ihrer Familie erinnert, gehört immer dazu, ist quasi Familienmitglied und steckt voller Symbolik.

Ein großes Thema des Buches ist das Vergessen und Erinnern, diese beiden konträren Tätigkeiten sind in diesem Buch auf wunderbare weise miteinander verquickt. Die Autorin erzähhlt ihre Geschichte anhand der Alzheimer-Erkrankung der Großmutter der Protagonistin, die mit einem Sturz vom Apfelbaum begonnen habe.
Dieses Buch ist nicht nur ein Buch zum Lesen, sondern auch eines zum Schmecken. Christine Westermann vom WDR schreibt völlig korrekt: „Ich habe selten ein Buch erlebt, bei dem ich so gefühlt und gespürt, gerochen und geschmeckt habe: die warmen Sommer, den Geschmack von Apfelkernen, den Moder der Vergangenheit.“

Bitte lesen und genießen!

Klappentext
Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln. Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter.