Praktikumsbericht von Lisa Pramann

 

Praktikantin Lisa Pramann

 

Fast vier Wochen ist es nun schon her, dass ich am Hauptbahnhof in Berlin aus der S-Bahn stieg und über die Spree zum Paul-Löbe-Haus, ins Herz des Regierungsviertels spazierte.

 

Vier Wochen, die wie im Flug vergingen. Am ersten Tag wurde ich von Lömös Mitarbeitern Alex und Petra herzlich empfangen und konnte, nachdem ich mir nach Abholung des Hausausweises Zugang zu den Gebäuden des Bundestags verschafft hatte, mich für die vielfältigsten Veranstaltungen und Events in und um den Bundestag anmelden.

Die erste Märzwoche war eine Plenarwoche, die spannendste und zugleich stressigste Zeit im Berliner Machtzentrum. Ich konnte in dieser Woche meine Abgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller zu der Arbeitsgruppensitzung Arbeit und Soziales und am folgenden Tag zu der Ausschusssitzung Arbeit und Soziales begleiten. In der AG beschäftigten sich die Abgeordneten der SDP-Fraktion intern mit den Tagesordnungspunkten und verständigten sich auf eine gemeinsame Position.

Stimmungsmäßig interessanter war da für mich die Ausschusssitzung am nächsten Morgen, in denen Abgeordnete aller Fraktionen zusammen kommen. Ich war überrascht, dass wider Erwarten nicht die Fetzen flogen, sondern die Abgeordneten nett und kollegial miteinander umgingen. Fast schon freundschaftlich, aber auch nur fast.

Der Bundestag tagt in der Plenarwoche eigentlich nur von Mittwoch bis Freitag. Mittwochmorgen schaffte ich es zur Regierungserklärung auf die Besuchertribüne und bekam Merkels Erklärung zum europäischen Rat mit, der am Wochenende stattfand. Die europäische Thematik entfachte eine Diskussion über die momentane Situation in der Türkei, bis hin zu einem Protest dreier Abgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, die aufstanden und mit weißen T-shirts mit der Aufschrift FreeDeniz die Freilassung des in der Türkei inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz forderten. Die weiteren Tagesordnungspunkte rückten immer weiter nach hinten und als die Diskussion über die Türkei durch den letzten Redebeitrag beendet wurde, hatte die Kanzlerin schon lange den Plenarsaal verlassen und war auf dem Weg zum europäischen Gipfel. Ein spannender Start in den Morgen. 

Neben zwei weiteren Besuchen der Tribüne des Plenarsaals unterstütze ich die Arbeit im Büro vor allem durch Presseberichte und begleitete eine Diskussion Lömös mit einer Besuchergruppe aus ihrem Heimatwahlkreis. Außerdem besuchte ich eine Podiumsdiskussion der Fraktion zum neu veröffentlichten Armuts- und Reichtumsbericht.

Die zweite Woche begann weniger aufregend. In der sogenannten Wahlkreiswoche waren die Abgeordneten alle ausgeflogen, die Stimmung im Bundestag weniger gereizt, der Kleidungsstil legerer.  

Am Montagmorgen nahm ich an einem EU-Briefing zum europäischen Rat teil, eine Veranstaltung, die ich auf Einladung  des neuen Wahlkreiskandidaten Johannes Schraps besuchte. Dabei wurde über die Wiederwahl Donald Tusks zum Präsidenten des Europäischen Rates gesprochen und über die Stellungnahmen und Ergebnisse des Gipfels aus der vorherigen Woche.

Am Dienstag kam eine Gruppe aus Nienburg-Schaumburg auf Einladung Lömös in den Bundestag. Die nächsten drei Tage begleitete ich die Gruppe zu verschiedenen Programmpunkten und bekam so Einblick in das Bundeskanzleramt und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, in dem Gabriele Lösekrug-Möller als Parlamentarische Staatssekretärin arbeitet.

Außerdem versuchte ich, bei der Beantwortung eines Bürgerbriefes zu helfen, und besichtigte das Willy-Brand-Haus. Nach zwei spannenden Wochen in Berlin ging es für mich Mitte März zurück in die Heimat.

Die nächsten zwei Wochen unterstützte ich die Arbeit im Hamelner Wahlkreisbüro. Da ich gebürtig aus Holzminden komme, hat es am Anfang etwas gedauert, bis ich über das tägliche Treiben in Hameln-Pyrmont Bescheid wusste. Ich habe Termine vorbereitet, allmorgendlich eine Presseschau erstellt, und ein Resolutionspapier erarbeitet. Da beide Wochen wiederrum Plenarwochen waren, hatte ich nicht die Möglichkeit Lömö im Wahlkreis zu einer Veranstaltung zu begleiten. Trotzdem war die Zeit sehr interessant. Ich lernte neben der täglichen Wahlkreisarbeit eines Bundestagsabgeordneten auch die Partei und parteiinterne Strukturen besser kennen.

Insgesamt waren die vier Wochen sehr lehrreich. Das politische Geschehen einmal hautnah zu erleben und daran mitwirken zu können, hat mein Interesse an einer zukünftigen Arbeit im politischen Geschehen geweckt.

Außerdem möchte ich mich herzlich bei meiner Abgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller und bei ihren Mitarbeitern für diese wunderbaren Einblicke ins Machtzentrum der Republik und in den kleinen Kreis bedanken.